Originalhörspiel, Kurzhörspiel
Autor/Autorin:
Helmut Heißenbüttel
Max unmittelbar vorm Einschlafen
Hörtext
Regie: Heinz von Cramer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Charles Wirths Max 1 Michael Thomas Max 2 Harry Bong Max 3 Hertha von Mechow-Fahrenkrog Kommentatorin Horst Michael Neutze Zwischenrufer Rolf Becker Erzähler
"Der Titel ist wörtlich zu nehmen: Eine Person namens Max steht
unmittelbar vorm Einschlafen, d.h. Max befindet sich in einer
Zwischenposition zwischen zwei Bewusstseinszuständen. Das Motto könnte
lauten: Der Übergang von einer Existenz in eine andere ist riskant.
Die Darstellung dieser Zwischenposition wird nicht vom erlebenden
Subjekt her gesehen, etwa als innerer Monolog. Sie wird vielmehr
konstruiert aus Sprach- und Geräuschpartikeln, die sich zwar alle
einzeln auf die Postion beziehen, aber erst als ganzes, als Mosaik
oder als Collage ihren Stellenwert erhalten.
Die Stimme von Max ist verdoppelt. Sie bewegt sich in zwei Bereichen,
der Freisetzung von Angst und der Freisetzung von Sexualphantasie. In
beiden Bereichen besteht die Rede aus vorgeformten Sätzen und Formeln,
im Bereich der Angst, z.T. aus philosophischen Sätzen. Eine weitere
Stimme versucht den Bereich der Angst aufzufangen in Definitionen von
Angst. Weitere Stimmen illustrieren die Zwischenposition, in der Max
sich befindet, durch banale Zwischenrufe. Dem Stimmenmosaik steht ein
Geräuschmosaik gegenüber, das sich zusammensetzt aus sehr fernen,
nahen und übernahen Geräuschen.
Aus all diesen Elementen wird gleichsam ein akustisches Mobile
aufgeführt, das aufklingt, sich eine Weile um sich selbst dreht und
wieder verstummt. In dem Mobile findet gleichsam eine Zeitdehnung
statt. Es dauert so lange, wie die Zeitdehnung andauert." (Helmut
Heißenbüttel)

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1971
- Erstsendung: 29.04.1971 | WDR 3 | 23'37