Originalhörspiel, Kinderhörspiel
Autor/Autorin:
Ekkehard Sass
Spitz, der Bleistift
Komposition: Max Roth
Technische Realisierung: Ludwig Groß
Regie: Lothar Schluck
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Ekkehard Sass Erzähler Josef Meinertzhagen Spitz Elisabeth Olivier Thomas Rosengarten Friedrich von Bülow Herbert Schimkat Rudolf Siege Hans Ulrich Bach Heidi Vogel Ursula Langrock Ludwig Haas Herbert Dardel Hans Timerding Fritz Mertel Lothar Schock Rolf Wertheimer Baudisch
Der Schriftsteller Ekkehard Sass sitzt eines Tages wieder einmal grübelnd vor seinem leeren Blatt Papier. Er möchte eine Geschichte für Kinder erzählen. Als er gedankenverloren einen Bleistiftstummel in eine Hülse steckt, vernimmt er plötzlich eine Stimme. Hat der Bleistift zu ihm gesprochen? In der Tat, der Bleistift stellt sich mit Namen "Spitz" vor und beginnt, seine Lebensgeschichte zu erzählen. Er ist viel herumgekommen, ist von Hand zu Hand gewandert: er war im Besitz des Schülers Hans, den er in den Lateinunterricht begleitete, er füllte beim Händler Krempelarm Lottoscheine und Kreuzworträtsel aus, verbrachte aber die meiste Zeit gelangweilt hinter dessen Ohr. Dabei brannte er darauf, etwas aus seinem Leben zu machen und viel schreiben zu dürfen. Vorübergehend darf er in der Hand des Witzezeichners Strichke Bilderwitze zeichnen, landet in der Redaktion der Zeitschrift "Hörmich", wo er unter der Konkurrenz u.a. von Rot- und Kopierstift leidet. Schließlich nimmt ihn der brotlose Dichter Reinhold mit, bei dem er Gedichte schreibt. Für einen Schlagerkomponisten, für den Reinhold schließlich Liedert exte schreibt, notiert er Noten. Auf einem Rummelplatz feiern die beiden Künstler ihre erfolgreiche Zusammenarbeit und gewinnen bei einem Spiel einen Drehbleistift. Spitz, inzwischen durch vieles Anspitzen zum Stummel herabgekommen, wird in die Gosse geworfen. Dort liegt er nun, traurig und enttäuscht über sein Schicksal, hatte er doch mehr erwartet von seinem Leben. Ekkehard Sass, der ihn gefunden und mitgenommen hat, tröstet ihn. Er habe jetzt mit der Niederschrift seiner Lebensgeschichte den Kindern etwas Wertvolles erzählen können. (DRA)
Weitere Informationen
Ekkehard Sass, geboren 1932 in Berlin, nahm nach dem Abitur in Berlin privaten Schauspiel- und Gesangsunterricht und wurde erstmals 1954 beim Rias für kleinere Hörspielrollen besetzt. Neben einem Romanistik-Studium setzte er seine Sprecher- und Gesangssausbildung fort, letztere schloss er 1960 als Konzert- und Orchestersänger ab. Während dieser Zeit arbeitete er auch als Regieassistent bei Synchronisierarbeiten. Seine ersten eigenen Arbeiten fürs Radio waren Kinderstücke. 1966 ging Sass nach Baden Baden, wo er fünf Jahre als Nachrichtensprecher arbeitete und von wo aus zugleich seine jahrzehntelange Schaffensperiode als freier Radioautor begann. Sass erhielt einige Hörfunkpreise, u.a. 1976 zusammen mit Hans Rosenhauer den Prix Italia für das Stück "Wie eine Staubwolke von Noten".

Produktions- und Sendedaten
- Südwestfunk 1963
- Erstsendung: 24.03.1963 | 29'30