Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Christoph Gahl
Komm mit mir nach Chipude
Ein Inseltagebuch
Technische Realisierung: Hansjörg Saladin, Ilse Brockelt
Regieassistenz: Bärbel Jarchow
Regie: Robert Matejka
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Maria Dolorosa Sanchez gen. Mallola Candelaria Iphigenia Generosa Cira Gregoria Isabel Yaya Pancho Manuel Frederico Quique Jose Domingo Prudentio Tito Ciro Sonstige Mitwirkende Funktion Hans-Jörg Saladin Aufnahmen und Mischung
Auf der kanarischen Insel Gomera existiert bis zum heutigen Tag eine Technik der akustischen Kommunikation, die auf der ganzen Welt ihresgleichen sucht. Zwar gibt es auf der Insel inzwischen ein Telefon, aber immer noch wird zur Obermittlung der Nachrichten das Silbo verwendet, eine Art Pfeifsprache, die schon bei den Ureinwohnern, den Guanchen, bekannt gewesen sein soll. Gepfiffen wird nicht mit den Lippen, sondern mit den Fingern. Die linke Hand dient dabei als Schalltrichter. Beim Pfeifen werden die Wörter mit der Zunge artikuliert, als würden sie normal gesprochen. Die weiten Schluchten der Berglandschaft Gomeras und die zur Oberbrückung der Täler verwendete Pfeifsprache sind wie geschaffen für Aufnahmen in Kunstkopfstereophonie. Christoph Gahl schrieb zu diesem Kunstkopfprojekt: "Es geht nicht um eine Reisebeschreibung. Es geht um einen Mann, der seine eigene Geschichte erzählt, die Geschichte seiner Begegnung mit La Gomera. Der anfänglich idyllische Eindruck täuscht. Unwillkürlich wird aus dem Erlebnisbericht ein Selbstportrait; denn in dem, was dieser Inselbesucher erlebt und erkundet, erfährt er sich selber: verdrängte Gedanken, beschädigtes Lebensgefühl, ungewöhnliche Betroffenheit, die heimliche Sehnsucht nach heiler Welt. Gleich am Anfang seiner Reise lernt er die Kanarin Malola kennen; sie wird zu seiner Wegbegleiterin. In enger Verknüpfung von Bericht, akustischen Abbildungen der Erlebnisorte und Malolas Originalstimme vollzieht sich die Reise noch einmal - diesmal als Mitteilung durch den Kopfhörer."

Produktions- und Sendedaten
- RIAS Berlin / Hessischer Rundfunk 1979
- Erstsendung: 21.04.1980 | RIAS 2 | 78'12
- Aufnahmeverfahren: Stereo-Kunstkopf