Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Erika Runge
Die merkwürdigen Abenteuer einer zuverlässigen und keineswegs aufsässigen Chef-Sekretärin
Komposition: Harald Rosenstein
Technische Realisierung: Friedrich Wilhelm Häfner, Rita Raudszus
Regieassistenz: Angeli Backhausen
Regie: Hans Gerd Krogmann
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Ursula Langrock Sekretärin Renate Grosser Schreibkraft Günter Dybus Interviewer Rosemarie Voerkel Studentin Monika Werner 2. Studentin Lothar Ostermann Professor Annelie Jansen Mutter Jutta Graeb Prostituierte Gisela Keiner 2. Prostituierte Hans Künster Barkeeper Eva Garg Buchhlterin Gerd Mayen Vater Gisela Zülch Mutter Bloke Modisane Raffael Werner Rundshagen Joe Veronika Bayer Millionärstochter Christian Korp Bruder Anke Tegtmeyer Mutter Heinz Schacht Vater Christian Albus Student Alf Marholm Professor Hildegard Krekel Schneiderin Gisela Claudius 2. Schneiderin Hansjoachim Krietsch Meister Michael Thomas Betriebsrat Matthias Ponnier Peters Harald Meister Polizist Curt Bock Autofahrer Adolf "Addi" Furler Wärter
Nach zwanzig Jahren wahrlich selbstloser Tätigkeit hat man die Chefsekretärin in den Schreibsaal versetzt. Hier hat sie als eine von vielen nach der Wegrationalisierung ihrer früheren Abteilung Tonbandbefragungen potentieller zwanzigjähriger Versicherungsnehmerinnen abzutippen. Die Kränkung, die Zerstörung der Selbstachtung und ihres Bildes einer gerechten, den einwandreien Lebenswandel honorierenden Ordnung bewirken dabei offensichtlich eine zunehmende Irritation: Jedenfalls beginnt sie ihrer Kollegin von merkwürdigen, ihr widerfahrenden Abenteuern zu erzählen, die sich nach aller von ihrer Person niemals selbst erlebt haben kann.
Wunschvorstellungen und Phantasien einer verletzten, alternden Frau, die ihre Degradierung nicht verkraftet, verweisen dabei auf die dem technischen Fortschritt innewohnende Gefahr der Verrohung gegenüber dem Mensche. (Pressetext)
Weitere Informationen
Erika Runge, geboren 1939 in Halle, studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in München. Sie promovierte mit einer Arbeit über das expressionistische Drama und wurde vor allem durch die Entwicklung einer Literatur des dokumentarischen Protokolls beikannt (u.a. "Bottroper Protokolle", "Frauen. Versuche zur Emanzipation", "Südafrika"). Außer sechs Film- und Fernsehpreisen (u.a. "Warum ist Frau B. glücklich?", "Michael oder die Schwierigkeiten mit dem Glück") erhielt 1970 den "Förderpreis für Literatur der Stadt München" und 1971 den "Ernst-Reuter-Preis". Erika Runge lebt in Berlin.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1979
- Erstsendung: 30.10.1979 | WDR 2 | 56'55