Originalhörspiel

Autor/Autorin: Kobo Abe

Zeit für einen Dichter

Übersetzt aus dem Japanischen

Übersetzung: Siegfried Schaarschmidt

Regie: Mathias Neumann

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Heiner SchmidtA, der Erzähler
    Gisela ZochB, die Erzählerin
    Elisabeth GoebelDie Greisin
    Folker BohnetJüngling
    Rita MoschNachbarin
    Anfried KrämerMann auf der Straße
    Hanna BurgwitzFrau auf der Straße
    Franz KutscheraReicher Mann
    Annelise TelurenReiche Frau
    Wolfram WenigerReicher Sohn
    Horst H. VollmerAnsager

Der 1924 in Tokyo geborene Kobo Abe, bei uns bisher nur durch einen Roman ("Die Frau in den Dünen") und dessen Verfilmung bekannt, ist als Dramatiker der große und vielfach ausgezeichnete "Gegenspieler" des in Deutschland wesentlich bekannter gewordenen Yukio Mishima. Wo dieser ästhetisiert, bricht Abe die Realität auseinander, die Gesellschaft und die Rolle des Individuums in ihr und fügt sie neu zusammen mit einer auf dem Bild aufbauenden Konsequenz, die das für ihn in aller Existenz enthaltende Absurde verdeutlicht. Vergleiche mit europäischer Nachkriegsliteratur scheinen sich anzubieten; dennoch sind letzen Endes die japanischen Nuancen, also die einer alogischen Tradition, entscheidend. Das gilt von diesem Hörspiel in besonderem Maße. Die von einem Erzählerpaar begleitete Szenenfolge setzt ein mit dem seltsamen Verschwinden einer armen Frau am Spinnrad - sie selber wird zum Faden - und endet mit dementsprechenden Verschwinden ihres Sohnes bei der Niederschrift eines zunächst als Katastrophe erlebten, dann im Wort aber auflösbaren Winters. Wollte man interpretieren, könnte man sagen: Beide, Mutter und Sohn, erfüllen sich bis zum Selbstverlust durch ein Tätigsein gegen die allgemeine Passivität.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Hessischer Rundfunk 1971
  • Erstsendung: 27.09.1971 | 34'30

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