Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Hannelies Taschau
Nudelspinner
Technische Realisierung: Klein, Knackstedt
Regieassistenz: Udo Köhler
Regie: Heinz Dieter Köhler
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Bernhard Minetti Alter Mann Rolf Schult Junger Mann Helmut Wildt Mann Irmgard Först Frau Oliver Rohrbeck Der Junge
Der Großvater, 72 und rüstiger Rentner, hat beschlossen, nur noch heiteren Unsinn zu treiben, "Nudeln zu spinnen", wie er das nennt. Er hat sich einen Sandkasten mit feinstem Sand gekauft, und darin sitzend verbringt er seine Tage. Sein Enkel leistet ihm dabei Gesellschaft und macht Schularbeiten, die diesmal darin bestehen, von anderen spontane Assoziationen zum Wort "Arbeit" zu sammeln. Die Eltern des Jungen machten sich Sorgen über die Untätigkeit des Alten, dessen Rentnerdasein allmählich in die "Reaktivierungs-Phase" übergehen müßte, so haben sie es gelesen, so sollte es sein. Während der Vater des Jungen mit "Arbeit" spontan "Angst" assoziiert, sieht der Großvater in diesem Wort einen wuchernden grünen Wurm, der übermenschliche Dimensionen annimmt und die Menschen in die Flucht schlägt. Für ihn ist das kontemplative Leben, das er mit seinem Enkel in seinem Sandkasten führt, das Paradies.
Hannelies Taschau schreibt zu ihrem neuen Hörspiel: "'Nudelspinner'" hätte beweisen können, daß einer selbst nach jahrzehntelanger abhängiger Arbeit die Fantasie nicht verlernt hat. Daß er es nicht beweisen kann, entspricht der Wirklichkeit. Daß er sein erneutes Eingreifen für notwendig halten kann, ist vielleicht ein Glücksfall."

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1976
- Erstsendung: 10.11.1976 | WDR 1 | 39'44