Hörspiel
Autor/Autorin:
Hubert Wiedfeld
Smeralda - oder der Tag wird gut
Komposition: Enno Dugend
Regie: Friedhelm Ortmann
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Michael Thomas Grindel Louise Martini Frau Wolfgang Reichmann 1. Herr Harry J. Bong 2. Herr Josef Meinertzhagen Kellner Maria Barring Tuli Christian Brückner Poster Lutz Schulze Hüppedenn Wiltrud Fischer Hetty Arno Görke Super Jürgen Schornagel Gogo Fritz Leo Liertz Priester Carla Neizel Mutter Curt Faber Doktor Gerd Wolf Nachrichtensprecher
"Smeralda" besteht aus multiplen akustischen Aktionen. Sie setzen sich zusammen aus Sprechtexten, Geräuschen, Musik und Stimmen mit Geräuschcharakter. An einigen Stellen haben Stimmen, Musik und Geräusche die Funktion von black noise. Black noise ist ein Teil das Konsumtionsvorganges, ist die Instrumentation des Konsums. - Alles ist konsumabel. - Hörer erwarten ein Hörspiel. Das Hören von Hörspielen ist passiver Konsum. - Brutalität, Verbalsexualität, hygienisch verpackte Instant-Sexualität, Kritik, poppycock, der Fuß im anti-autoritären Lager: alles konsumierbar. - Entsprechend den benutzten Aktionsmustern, die der Werbung, dem Western, dem Krimi, dem Literaturbetrieb, dem Schriftverkehr, dem undergroundunderground, dem poppycock und deren Mischung entstammen, hat die Sprache lediglich Illustrationscharakter, sie ist hochredundant, auch da, wo sie persiflierend Kritikansätze transportiert. Aus banalen Sprachfloskeln, syntaktisch dem german for Juniors verwandt, entwickelt sich zu Beginn ein langes Verhör, in dem der Verhörte auf nicht vorhandene Fragen eines nicht vorhandenen Verhörenden reagiert. Das Verhör ist ein Konglomerat aus vielen möglichen Verhören zu vielen möglichen Tatbeständen, z.B. Mord, Vergewaltigung, Abtreibung, Folter, Raub, Erpressung, Einbruch, Überfall. Der Verhörte, einem dauernden Identitätswechsel unterworfen, liefert unbestimmte Anfänge von Aktionsplots - undergroundunderground ist ein Markenartikel, der seine latente Nische gefunden hat: konsumierbar. - Konsum macht Spaß. - Konsumverhalten. - Die in "Smeralda" benutzten Aktionen bilden nur eine Stichprobe aus der Gesamtpopulation aller möglichen, d. h. im Verhör angelegten Aktionen. - Die in "Smeralda" realisierten Aktionen werden immer nur angespielt, bis das zugrundeliegende Muster erkennbar, also konsumierbar wird. Das verhör stimuliert die Entwicklung der angelegten Erzählkerne zu Aktionen. Das Verhör hat eine synoptische Funktion. - "Smeralda" ist ein Markenartikel. - "Smeralda" ist ein Markenartikel, der sich mit "Maschen" beschäftigt, also mit Markenartikeln.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk / Saarländischer Rundfunk 1970
- Erstsendung: 16.04.1970 | 31'30