Originalhörspiel

Autor/Autorin: Lars-Olof Franzén

Vier Küsse

übersetzt aus dem Schwedischen

Übersetzung: Verena Reichel
Technische Realisierung: Erhard Hafner, Ingrid Lloyd
Regieassistenz: Burkhard Ax

Regie: Frank E. Hübner

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Adolf "Addi" FurlerFolke Anderson
    Brigitte BöttrichSusanne Berglind
    Alwin Joachim MeyerJohan Lind
    Rudolf Jürgen BartschErik Stenström
    Bodo WienekeTorsten Ekbom
    Ricarda BenndorfAnna Björkgren
    Karlheinz TafelJörgen Johnson
    Karl-Rudolf LieckeIvar Sundberg
    Otto SanderGunnar Björkgren
    Günther AmbergerStig Anderson
    Jan EberweinBertil Petterson
    Ursula FeldhegeEva Sundberg
    Siegfried WischnewskiAnton Ljusne

Mitten in der Produktionsphase entschließen sich die Drucker einer Provinzzeitung zu einem "wilden Streik". Sie protestieren damit gegen die Einführung elektronischer Satzverfahren und damit verbundene Wegrationalisierung ihrer Arbeitsplätze. Der Chefredakteur Björkgren, der nichtsahnend zu Hause mit Freunden bei schöngeistigen Gesprächen über die Bedeutung des Feuilletons zusammensitzt, eilt sofort in die Druckerei und versucht zu schlichten: Die Drucker dürfen die Tarifabsprachen nicht brechen, die Zeitung werfe sowieso kaum Gewinn ab und es bestehe Gefahr, dass der Eigentümer den Streik nun zum Anlass nimmt, das Blatt ganz einzustellen. Doch die Drucker bleiben hart; man einigt sich auf Verhandlungen mit dem Zeitungsbesitzer für den nächsten Tag. Zurück auf dem Fest erzählt einer seiner Freunde Björkgren die Anekdote von den "vier Küssen", die Duke Ellington anlässlich einer Preisverteilung Nixon gegeben haben soll, um ihn lächerlich zu machen: Vier Küsse, für jede Backe einen. Zentrales Thema des Stückes von dem Schweden Fránzen, der selbst als Literaturkritiker bei einer Stockholmer Tageszeitung arbeitet, ist der Kampf umd Existenz und berufliche Identität der Drucker, die weiter in ihrem Handwerk und nicht als Bediener von Automaten beschäftigt werden wollen. Dagegen stehen die Gesetze der von Zeitungseignern geförderten fortschreitenden Technisierung. Aber die sich gegenüberstehenden Interessen sind nicht mehr eindeutig benennbar, obwohl sie in der Realität existieren. Diese Zweigleisigkeit wird in der Figur des Chefredakteurs deutlich, der behauptet, die Interessen der Zeitung und der Angestellten zu vertreten, gleichzeitig jedoch in die Machtspiele des Verlegers einbezogen wird.

Weitere Informationen
Lars-Olof Frazén, geboren 1936, hat Essaysammlungen über moderne schwedische und dänische Literatur herausgegeben und seit 1975 drei Hörspiele geschrieben.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 1979
  • Erstsendung: 18.09.1979 | WDR 2 | 60'36

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