Originalhörspiel, Originaltonhörspiel
Autor/Autorin:
Klaus Antes
Es gibt Niederlagen, die Siege sind
Beispiel 3: Widerstand
Technische Realisierung: Franz-Peter Esser, Elke Velten
Regieassistenz: Petra Seeger
Regie: Hein Bruehl
Weitere Mitwirkende
Musik: Jürgen Löchter (Akkordeon)
Mit der geschriebenen Geschichte eines Volkes ist das so eine Sache.
Die Menschen, die in ihr aktiv tätig sind, die sie gestalten, oft auch
erdulden, vor allem aber für die Fehler anderer geradestehen müssen,
kommen in ihr nur als Marginalie vor. Schicksalhaft und namenlos.
Dabei sind manche von ihnen das Gewissen einer Nation gewesen in einer
Zeit, die glaubte, auf Moral verzichten zu können. Von einem solchen
Mann, Arbeiter, früh in die Kommunistische Partei eingetreten, und
seinen Freunden, ihrem Widerstand gegen die Nazis in Köln-Kalk soll
erzählt werden. Sich selbst zurücknehmend, die Angst nicht aussparend,
berichtet er von den gesellschaftlichen Verhältnissen am Vorabend des
Hitler-Faschismus, von den Protesten nach der Machtergreifung - den
kleinen ebenso wie den massenhaften -, von der Feigheit und Anpassung
der vielen, von den Gefahren im Untergrund und der Genugtuung bei noch
so kleinen Erfolgen. Das Porträt dieses Mannes, seine schmerzlichen
Erinnerungen an die Razzien der Gestapo, an den Prozeß, den Alltag im
Lager, zählt zu den Dokumenten über zahlreiche Antifaschisten
unterschiedlicher Weltanschauung, die auch die finstersten Kapitel in
der deutschen Vergangenheit vor dem Vergessen bewahren helfen.
Weitere Informationen
Klaus
Antjes, geboren 1940 in Kaiserslautern, ist Mitarbeiter einer
Projektgruppe der Hörspielabteilung gewesen, die über einen längeren
Zeitraum Recherchen in dem Kölner Stadtteil Kalk anstellte. Nach
"Früher, das ist heute noch" (1979), in dem er eine alteingesessene
Kalker Bürgerin porträtiert hat, die sich aus tiefer religiöser
Überzeugung gegen Krieg und Terror ausspricht, ist dies die zweite
Arbeit, die mit den Ergebnissen dieser Recherchen arbeitet.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1980
- Erstsendung: 20.05.1980 | WDR 2 | 61'42