Hörspiel
Autor/Autorin:
Klaus Collier
Weiße Westen
Regie: Edward Rothe
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Helmut Peine Präsident Hans Korte Organisator Günther Neutze Freund
"Weiße Westen" ist das erste Hörspiel des 1942 geborenen Autors. Er
durchlief bis 1961 verschiedene Schulen und danach mehrere Berufe.
Heute lebt er als freier Schriftsteller in Berlin.
Was Collier mit dieser Satire sagen will, in der ein alerter
Opportunist mit spielerischer Ranküne eine ideologisch orientierte
Organisation aufbaut, die dann mit eigengesetzlicher Automatik den
scheinbar freien Erfinder ihrer Satzungen zu ihrem Gefangenen macht,
lässt sich vielleicht mit einem Zitat von Kierkegaard umschreiben:
"Man unterziehe sich niemals einer Berufsarbeit.
Tut man das, so wird man schlecht und recht ein Allerweltsmensch, ein
kleines Rädchen in der Maschinerie des Staatsorganismus. Man hört auf,
selbst Herr des Betriebes zu sein und da kann keine Theorie mehr
helfen. Man bekommt einen Titel und darin liegt die ganze Konsequenz,
der Sünde und des Bösen. Das Gesetz, unter dem man Frondienst leistet,
ist gleich langweilig, ob das Avancement rasch oder langsam geht.
Einen Titel wird man nie wieder los, es sei denn durch ein Verbrechen,
das einen an den Pranger bringt; aber selbst dann ist man nicht davor
sicher, dass man nicht durch königlichen Beschluss begnadigt wird und
seinen Titel wiederbekommt.
.
Dieses Hörspiel ist für die Sendereihe "Hörspiel in der Diskussion" im
3. Programm vorgesehen.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1966
- Erstsendung: 18.04.1967 | 39'50