Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Urszula Koziol
Die Ausnüchterungszelle
übersetzt aus dem Polnischen
Übersetzung: Heinrich Kunstmann
Regie: Raoul Wolfgang Schnell
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Alf Marholm Christoph Quest Wolfgang Forester Susanne Tremper Hans Künster Harry Bong Alois Garg Hans Caninenberg Matthias Ponnier Werner Hessenland Peter Lieck Robert Neugebauer
"Sie litten für uns, wer? - Das wissen wir nicht. - Millionen - Aber wer? Wessen Namen soll man aufrufen? - Wir könnten den Einen wählen, dem Einen in seinem Namen die entsetzliche Krone darbieten. - Es ist zu spät. Eine verpaßte Chance. - Nein, er zieht umher. Und kehrt zu uns zurück mit unkenntlichem Gesicht. - Unterlaßt das Gebären, verhütet jedwede Empfängnis, bis auf Widerruf, solange nicht alle die krepieren, denen Eure Söhne Eure Töchter nonnöten sind zu neuem Morden. Solange Ihr nicht krepiert, Ihr, für die menschlicher Schweiß und Blut den nämlichen Geschmack haben wie Bier." (Pressetext)
Urszula Koziol, geboren 1931, ist eine in Polen bekannte Lyrikerin, die drei Literaturpreise erhalten hat. In ihrem 1967 entstandenen Hörspiel "Ausnüchterungszelle" findet sich keine klar erkennbare Handlung. Vielschichtige, verschlüsselte Dialoge lassen, ebenso wie ihre Lyrik, unterschiedliche Interpretationen zu. Die Stimmen unterliegen einem ständigen Rollenwechsel, so daß ihre Identität und Funktion sich ständig aufhebt. Aus den Gesprächen ergeben sich Anspielungen auf Folter und Mord, auf Verdächtigung und Schuld.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1974
- Erstsendung: 28.03.1975 | WDR 3 | 44'35