Originalhörspiel

Autor/Autorin: Hubert Wiedfeld

Wernicke. Eine Familienserie (4. Folge: Laß man Paul, wer arbeitet, dem vergehn die Hundsgedanken)

Redaktion: Heinz Hostnig
Technische Realisierung: Karl-Otto Bremer, Anne Domernicht
Regieassistenz: Willy Lamster

Regie: Heinz Hostnig

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Edgar HoppeManfred Wernecke
    Werner SchumacherVorarbeiter Karl
    Annette Ehrhardt-RenkenKatrin
    Karl Ulrich MevesPaul
    Jochen KöppelWirt Heinzchen
    Lisette MeisterCarla
    Sonstige MitwirkendeFunktion
    Sybille JessenRedaktionsassistenz

Die Hörspielredaktion des NDR stellt in Co-Produktion mit dem WDR eine neue Arbeit vor: „Wernicke, Eine Familienserie“ Als Ergebnis der Programmarbeit der letzten zwei Jahre und der Gespräche mit Hörern und Autoren hat die Hörspielredaktion zusammen mit den Autoren Uwe Friesel, Margarete Jehn und Hubert Wiedfeld eine Familienserie entwickelt. Keine vordergründige, agitatorische Information, keine in seichten Klischees eingefahrene Unterhaltungsformen, sondern eine genaue dramaturgische Kombination von Spiel und Realität bestimmt diese Familienserie. Mit Knappheit und Überschaubarkeit, mit spielerischem Witz und kritischer Information werden Denkmodelle und Handlungsalternativen für den Hörer zur Diskussion gestellt. Das Leben von Familie Wernicke zu verfolgen, soll Spaß machen, soll entspannend sein: Entspannung als Lösung von Spannung, Auflösung von Spannung. Familie Wernicke lebt in Harburg. Der Vater arbeitet in der gummiverarbeitenden Industrie, die Mutter ist Hausfrau, die Tochter besucht die letzte Klasse der Volksschule, der Sohn wechselt nach der Grundschule gerade den Schultyp. Familie Wernicke ist mit ihrer Umwelt verbunden, die Probleme, mit denen sie fertig werden muß, sind zahlreich. Wernickes sind eine Familie im Prozeß, bestimmt von Umwelt, auf Umwelt reagierend. Familie Wernicke wird überall zu verfolgen sein: in ihrer Wohnung, in ihrem Stadtteil, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Urlaub. Die Umwelt der Wernickes ist auch die Umwelt des Hörers. Wernickes haben Verwandte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen. Wernickes begegnen fremden Personen z.B. dem Lehrer, dem Gemeindepfarrer, Beamten, öffentlichen Dienststellen, Gewerkschaftlern und anderen. Diese Personen werden nicht von Schauspielern dargestellt. Warum sollten sie nicht als Berufspersonen selbst auftreten? Wernickes brauchen Informationen aus der realen Umwelt. Warum sollen sie sich diese Informationen nicht bei diesen Personen holen? Es sind die gleichen Informationen, die der Hörer braucht. 

4. Folge: Schwierigkeiten in der Gummag - eine Maschine an der Heizstraße fällt aus - Manfred kommt mit seinem Arbeitskollegen Paul ins Gespräch: Manfred Wernicke hat immer einen schlechten Tag. Behauptet er. Eigentlich läuft auch an diesem Tag alles schief: In der Frühschicht geht ein Reifenheizer kaputt. Paul versucht vergeblich, Manfred Klapperjass beizubringen. Und dann kommt Paul auch noch mit in Manfreds Wohnung. Und Manfreds Frau und Sohn sind nicht zu Hause. Dafür aber Carla und eine Flasche Weinbrand. Katrin kocht was Exotisches, was nicht schmeckt. Ein kaputter Tag. Und trotzdem ist es ein Tag, der Manfred gefällt. Er weiß nicht so richtig, warum. Vielleicht, weil er merkt, daß Paul ihn ernst nimmt. Weil er merkt, „der Paul, der ist ja so wie wir, aber eigentlich doch wieder nicht, weil, naja, das ist, weil, der weiß mehr, irgendwie“.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Norddeutscher Rundfunk 1974
  • Erstsendung: 17.03.1974 | 27'18

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