Essay
Autor/Autorin:
Stefan Fricke
Klangkunst im Vorfeld. Die vergessenen akustischen Konzeptionen von Joseph Beuys und Wolf Vostell
Regie: Rolf Mayer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Roland Jankowsky Zitate Joseph Beuys Hüseyin Michael Cirpici Zitate Wolf Vostell Caroline Schreiber Partituren
Obgleich die Klangkunst eine noch recht junge Gattung ist, angesiedelt im Zwischenfeld von akustischer und bildender Kunst, von Hören und Sehen, ist ihre Standardliteratur schon geschrieben. So scheint es jedenfalls, wenn man die bisher publizierten Folianten zum Thema konsultiert. Gewichtig kommen sie daher und versprechen, jedes Detail und jedweden Aspekt zur Sache dokumentiert und kommentiert zu haben. Und doch klaffen Lücken. Gerade da, wo die Zeit-Raum-Schnittstelle der Klangkunst nachhaltig den Sektor der bildenden Kunst berührt, ihre Entwicklung der letzten 50 Jahre zu einer facettenreichen Intermedia-Artistik sich gewandelt hat, bleibt diese eher ungenannt. Die Ideen und Realisationen zur akustischen Kunst, zur Kunst-Musik etwa von Joseph Beuys (1921-1986) und Wolf Vostell (1932-1998), zweifellos zwei der wichtigsten Künstler im Nachkriegsdeutschland, sind heute weitestgehend vergessen, dürfen bislang und völlig zu Unrecht keinen Platz in der Klangkunstgeschichte für sich beanspruchen. Dabei gehören sie zu den bedeutenden Vordenkern des Amalgams von Auge und Ohr. Für das Studio Akustische Kunst hat sich Stefan Fricke auf Spurensuche begeben.
Weitere Informationen
Stefan Fricke, geboren 1966 in Unna, lebt als Publizist in Berlin. Nach einem Studium der Musikwissenschaft und der Germanistik gründete er 1989 den Pfau-Verlag in Saarbrücken. Seit 2002 ist er Vizepräsident der Deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Stefan Fricke hat mehrere Texte zu zeitgenössischer Musik verfasst, darunter etliche zu Fluxus.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 2004
- Erstsendung: 06.03.2004 | WDR 3 | 23:05 Uhr | 53'30