Originalhörspiel

Autor/Autorin: Jürgen Becker

Ein Zimmer wird leer

Komposition: Granz

Regie: Friedhelm Ortmann

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Peter Dirschauer
    Maria Barring
    Harald Meister
    Peter Lieck
    Irmgard Först
    Eva Garg
    Michael Thomas
    Hans-Gerd Kilbinger
    Wolfgang Forester
    Josef Meinertzhagen
    Magda Hennings
    Marlene Riphahn
    Lilly Towska
    Guenther Boehnert
    Curt Faber
    Charlotte Asendorf
    Berni Clairmont
    Lutz Schulze
    Michael Braun
    Margret Kaiser
    Wiltrud Fischer
    Ilse Strambowski
    Heinz von Cleve
    Arno Görke
    Carla Neizel
    Michael Wirbitzky
    Christian Albus
    Daniela Wolf

Wenn ein Zimmer leer wird oder eine Wohnung leer steht, ein Raum nicht mehr betreten oder ein Haus verlassen wird, welche Motive kann das haben? Es kann eine Bombe versteckt liegen, ein Brand bricht aus, der Gerichtsvollzieher kommt, Kinder sind ausgerissen, Eheleute ertragen sich nicht mehr, der Gastgeber wirft die Gäste hinaus, die Mieten sind zu hoch. Jemand haut einfach ab, eine Saison geht zu Ende und die Erinnerung räumt auf # ein ganzer Katalog von Motiven bietet sich an, wenn man erfährt oder sich vorstellt, daß aus einem Raum Menschen oder Gegenstände verschwinden. In diesem Hörspiel sind es wieder namenlose Figuren, welche die Zustände der Leere oder die Vorgänge des Entleerens, des Ausräumens und Verschwindens sprachlich demonstrieren, und zwar in bestimmten Sprechweisen und Sprechhaltungen, welche die jeweilige Verfassung des Sprechenden, seine Reaktion, seine Stimmungslage, seinen psychischen Zustand, offenbaren. Solche Verfassung kommt hier verkürzt und modellhaft zum Ausdruck, und das heißt, sie ist herausgenommen aus einem Zusammenhang, der über das jeweils Gesagte hinausreicht. Jede Stimme ist Teil einer Geschichte, die längst angefangen und noch lange nicht aufgehört hat, die gewissermaßen von der Historie, von der Gesellschaft, von denkbarer Zukunft miterzählt wird. Wo die Stimmen konkret auftreten, ist der Moment der Leere manifest geworden, aber er ist zugleich auch wieder in Frage gestellt, weil Motive und Folgen offengeblieben sind. Und das heißt wieder: wenn auch jede Situation und jede Stimme eine individuelle Erfahrung vermittelt, so ist doch der Hintergrund und die Umgebung dieser Erfahrung nicht mehr Sache des Einzelnen, sondern eines anonymen gesellschaftlichen Zusammenhangs." (J. Becker)

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 1973
  • Erstsendung: 07.03.1973 | WDR 1 | 36'42

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