Science Fiction-Hörspiel

Autor/Autorin: Karl Hoche

Kyborg VD 1708

Endlich sprechen wir von Literatur

Technische Realisierung: Ludwig Groß, Barbara Römer
Regieassistenz: Johannes Hertel

Regie: Heinz Nesselrath

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Gerd Andresen
    Peter-Uwe Arndt
    Jochen Bartels
    Friedrich von Bülow
    Dieter Eppler
    Friederike Fecht
    Klaus Groth
    Gert Haedecke
    Manfred Georg Herrmann
    Klaus Dieter Lang-Hübner
    Gert Keller
    Henrik Koy
    Klaus Krauleidies
    Horst-Werner Loos
    Heta Mantscheff
    Marianne Mosa
    Robert Rathke
    Gerhard Remus
    Lothar Schock
    Ludwig Thiesen

Radio-Comic vom Kampf der außerirdischen Computerstation Org gegen ihren Todfeind, die deutsche Literatur. Müller II, unveränderliche Kennzeichen: Freund und Helfer, ist einer großen Sache auf der Spur. Seit kurzem hört er eine Stimme aus dem elektrischen Rasierapparat. Es ist der Kyborg VD 1708, der ihn in ein schreckliches Geheimnis einweiht: die Erde ist tödlich bedroht. Weit draußen rast ein Stern auf seiner Bahn, eine Zusammenballung lebender Computer, die sich Organisation, kurz Org, nennen. Einst war ein lebender Computer im All, der hat so lange neue produziert und nach dem Vorbild irdischer Verlagshäuser hierarchisch um sich gruppiert, bis alle im Weltraum anfallenden Rechnungen in Sekundenbruchteilen ausgeführt werden konnten. Doch was fehlte, war Kreativität, und die holte man sich bei Autoren von der Erde; die Betroffenen schreiben zwar noch, aber jetzt mit einem Gehirn von der Org. Der Kyborg VD 1708 ist Teil dieses Systems, aber er ist dagegen, die Erde zu vernichten. Er beschwört Müller II, den Rasierapparat nicht aus der Hand zu geben. Wenn man ihn direkt an die Antennenbuchse eines Radios anschließt, wird die Musik von Informationen aus dem Org-Archiv überlagert. So erfährt Müller II, daß die Distanz von zwei Lichtjahren mit Hilfe von Wondratscheks überlichtschneller Reaktionsgeschwindigkeit, mit der er Gelesenes in Geschriebenes umsetzt, überbrückt wird. Plötzlich geschieht überall Merkwürdiges: Eine Rasierapparate-Vertreterin sieht aus wie Esther Villar, Computer spielen verrückt, auf der ARD-Müllhalde, auf der Faßbinder seinen neuesten Film dreht, wird neben einem Bloch-Zitat eine Frauenleiche gefunden, und Reich-Ranicki hat ein Alibi. Doch das war nur der Anfang. Die Org hat zum entscheidenen Großangriff ausgeholt. Überall im Land arbeiten Autoren fieberhaft daran, der deutschen Literatur den Garaus zu machen. Aber auch die Org hat eine verwundbare Stelle: unfreiwilliger Humor. Wenn es gelingt, den Joachim-Kaiser-Antihumorcode zu knacken und ein paar Sätze aus Hochhuths neuestem Drama einzulesen, wird der ganze Org-Organismus in gefährlichem Gelächter zugrunde gehen.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Südwestfunk 1972
  • Erstsendung: 10.02.1972 | 88'45

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