Originalhörspiel, Mundarthörspiel, Science Fiction-Hörspiel

Autor/Autorin: Paul Schick

Der drei Könige Besuch im Morgen

Nach einer Idee von Rudolf Stähle

Technische Realisierung: Roland Winger, Christine Zöller

Regie: Andreas Weber-Schäfer

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Manfred AdelmannSchorsch Zabelbacher
    Wolf Dieter TropfHannes Knobel
    Günter BaackeValtin
    Helga WolfLiesl Bolschweiler
    Armas Sten FühlerRischl Bolschweiler
    Günter VetterPolizist
    Hans GoguelProfessor
    Lieselotte Neumann-HoditzFrau

Ein Zeitsprung versetzt zwei Pfälzer in eine Zukunft, in der Hochdeutsch verboten und die Pfalz ein souveräner Staat ist.In Ziegelhausen schreibt man den 6. Januar 1976. Hannes, Schorsch und Valtin sind als Sternsinger unterwegs. Als sie auf der Flucht vor einem unfreundlichen Zeitgenossen und seinem kläffenden Hund über einen Graben springen, ist plötzlich alles wie verhext. Valtin ist weg, und von dem Hund ist auch nichts mehr zu hören. Als die zwei, um sich Mut zu machen, ihr Dreikönigslied anstimmen, werden sie wegen unpfälzischer Umtriebe und Verstoßes gegen die pfälzische Brauchtumsverordnung vorläufig festgenommen. Fassungslos müssen sie erfahren, dass das Lied nur in der vom Pfälzischen Kulturministerium autorisierten Fassung vorgetragen werden darf. Es dauert eine ganze Weile, bis sie begriffen haben, dass es sie um hundert Jahre in die Zukunft verschlagen hat. Nach dem Scheitern des Vereinigten Europas war nach dem Motto "Jeder Sprach' ihr Ländl" ein Europa der Muttersprachen entstanden, und so hatte auch die Pfalz ihre Unabhängigkeit erlangt. Motorfahrzeuge gibt es aus Mangel an Benzin schon lange nicht mehr. Die Menschen benutzen Fuhrwerke oder lassen sich unterirdisch von Ort zu Ort schießen. Häuser werden seit der großen Betonkatastrophe von 2012 nur noch mit Backsteinen gebaut. Die Wegwerfgesellschaft ist passé, und im Neckar kann man wieder baden. Bei einem konspirativen Treffen mit einem arrestierten Professor, der sich weigert, pfälzisch zu unterrichten, lernt Schorsch die Liesl kennen, die dem Professor dabei helfen will, ins Hessische zu entkommen. Auf der Flucht vor der Pfälzer Sprachpolizei springen Schorsch und Hannes über den Graben zurück und stehen vor Valtin, der von der verrückten Geschichte natürlich nichts wissen will. Der Schorsch aber ist noch ganz durcheinander. Kaum dass er die Liesl gefunden hat, hat er sie auch schon wieder verloren. Ja, wegen ihr tat er nochmal springen, aber der Graben ist nicht mehr da. Und übern Zeitgraben hüpft man eben nur einmal. (Pressetext nach Horst G. Tröster: Science Fiction im Hörspiel 1947-1987. Hrsg. vom Deutschen Rundfunkarchiv. Frankfurt am Main 1993)

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Süddeutscher Rundfunk 1975
  • Erstsendung: 06.01.1976 | 39'32

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