Hörspielbearbeitung, Feature
Autor/Autorin:
Grigori Pasko
Die rote Zone
Vorlage: Die rote Zone (Tagebuch, russisch), Honigkuchen. Anleitung zum Überleben hinter Gittern (Prosa, russisch)
Übersetzung: Hannelore Umbreit
Bearbeitung (Wort): Lorenz Schröter, Nikolai von Koslowski
Komposition: Ralf Haarmann
Technische Realisierung: Achim Fell, Elke Tratnik
Regieassistenz: Ariane Kessissoglou
Regie: Nikolai von Koslowski
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Werner Wölbern Grigori Pasko Martin Reinke Protokollführer Horst Mendroch 1. Gefangener Paul Faßnacht 2. Gefangener Andreas Grothgar Untersuchungsrichter Isis Krüger Gefängnisärztin Wolf Aniol Arzt Bruno Tendera Wärter O-Ton Funktion Grigori Pasko übersetzt von Natascha Wellmann-Rizo, Dolmetscherin
Flottenkapitän Grigori Pasko erhält von seinen Vorgesetzten den Auftrag, die russische Marine kritisch zu beobachten. Nachdem er genau dies getan hat, findet er sich im russischen Strafvollzug wieder, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Vermutlich steckt der mächtige Inlandsgeheimdienst FSB dahinter. Pasko wird vorgeworfen, für Japan spioniert zu haben. Wie sich später herausstellt, ist er unschuldig. Aber das ist nebensächlich. Seine Aufzeichnungen über die Haft, über die "rote Zone", spiegeln die Verwirrung und das Entsetzen eines Menschen, der sich plötzlich in einem menschenverachtenden Strafvollzug wiederfindet. Seit Dostojewskis "Bericht aus einem Totenhaus" und Solschenizyns "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" hat sich im russischen Strafvollzug vieles geändert - erschreckend ist, was sich alles nicht geändert hat. Das Hörspiel "Die rote Zone" basiert auf dem gleichnamigen Gefängnistagebuch von Grigori Pasko und auf seinem Prosatext "Honigkuchen. Anleitung zum Überleben hinter Gittern".
Weitere Informationen
Grigori Pasko, geboren 1962, russischer Journalist, wurde nach 20 Monaten Haft in den Jahren 1997 bis 1999 erneut für vier Jahre eingesperrt, weil er von russischen Umweltverseuchungen durch radioaktive Flüssigkeiten im japanischen Meer berichtet hatte. 2002 erhielt er den Menschenrechtspreis der Organisation "Reporter ohne Grenzen".
Nikolai von Koslowski, geboren 1958, studierte Politik- und Kommunikationswissenschaft. Er arbeitet als freier Autor und Regisseur (u.a. "Moments of History - Eine Komposition der Erinnerung"). Für seine Hörfunk-Regiearbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet.
Lorenz Schröter, geboren 1960, studierte Kommunikationswissenschaft, Neue Deutsche Literatur und Werbepsychologie. Er hat zahlreiche Bücher, Hörspiele und Features veröffentlicht. Außerdem ist er um die Welt geradelt und mit einem Esel durch Deutschland geritten, läuft Marathon und besteigt hohe Berge.

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 2007
- Erstsendung: 24.10.2007 | WDR 3 | 54'18
Rezensionen (Auswahl)
- Andreas Matzdorf: Funk-Korrespondenz. Nr. 43/44. 26.10.2007. S. 33f.