Originalhörspiel, Kurzhörspiel
Autor/Autorin:
Mark Boguslawski
Die Nußtorte
übersetzt aus dem Russischen
Übersetzung: Ingeborg Schwab-Gampert
Technische Realisierung: Eduard Kramer, Adeltraut Hahn-Schumann
Regieassistenz: Detlef Ihnken
Regie: Werner Klippert
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Karin Schroeder Bahnhofsvorsteherin Albert Hoerrmann Wichrjow Peter Uwe Arndt Pachomow Alexander Höller Dmitri Ilona Wiedem Elvira Swanjezkaja
Eine sehr junge Bahnhofvorsteherin schreibt liebevoll an ihre Mutter, weil sie selbst ein denkwürdiges Erlebnis hatte: Ein alter Bauer lief zwölf Kilometer zu Fuß zum Bahnhof, um während der fünf Minuten Aufenthalt des D-Zuges aus Moskau seinen durchreisenden Sohn zu sprechen. Der ist dort ein hohes Tier und war seit neun Jahren nicht mehr zu Hause. Der Vater bestürmte die Bahnhofsvorsteherin, den Aufenthalt auszuweiten. Aber der Fahrplan steht diesem Ansinnen im Wege, und auch der Kolchosvorsitzende möchte dem Alten ein wenig von seiner Sprechzeit abknappen, weil er seinerseits dem Genossen aus der Stadt einige typische Wünsche vortragen will. Ganz anders, aber auch trauriger als gedacht, befreit die Ankunft des Zuges den Alten aus der Klemme. Sowjetische Originalhörspiele sind selten, weil man dort fast durchweg von bearbeiteter Theater- und Romanliteratur ausgeht. Sie sind meist auch nicht besonders überzeugend, denn die Funkautoren akzeptieren allzu geflissentlich die Vorschriften des sozialistischen Realismus. Ganz im Gegensatz zu diesem Halbstundenhörspiel, das ohne Vernachlässigung des sowjetischen Alltags, ja sogar mit einer humorvollen Kritik an ihm, elementare Humanität propagiert.

Produktions- und Sendedaten
- Saarländischer Rundfunk 1978
- Erstsendung: 11.02.1979 | Studiowelle Saar | 20'00