Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Uwe Friesel
Wernicke. Eine Familienserie (32. Folge: "Ist doch gut, wenn du Leute hast, die hinter dir stehen oder Störung des Betriebsfriedens")
Komposition: John O'Brien-Docker
Technische Realisierung: Susanne Ziege, Birgit Kayser
Regieassistenz: Marianne Meek-Therstappen
Regie: Hans Rosenhauer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Edgar Hoppe Manfred Karen Hüttmann Helga Michael Heinz Jens Eva Brumby Frau Fahrenberg Wolfgang Hahn Reporter Markus Boysen Tatter Karl-Ulrich Meves Paul Edgar Bessen Gerd Werner Schumacher Hein Boll Brigitte Rohkohl An- und Absage O-Ton Funktion Karl Hauenschild IG-Chemie-Vorsitzender
Die Hörspielredaktion des NDR stellt in Co-Produktion mit dem WDR eine neue Arbeit vor:
„Wernicke, Eine Familienserie“
Als Ergebnis der Programmarbeit der letzten zwei Jahre und der Gespräche mit Hörern und Autoren hat die Hörspielredaktion zusammen mit den Autoren Uwe Friesel, Margarete Jehn und Hubert Wiedfeld eine Familienserie entwickelt. Keine vordergründige, agitatorische Information, keine in seichten Klischees eingefahrene Unterhaltungsformen, sondern eine genaue dramaturgische Kombination von Spiel und Realität bestimmt diese Familienserie. Mit Knappheit und Überschaubarkeit, mit spielerischem Witz und kritischer Information werden Denkmodelle und Handlungsalternativen für den Hörer zur Diskussion gestellt. Das Leben von Familie Wernicke zu verfolgen, soll Spaß machen, soll entspannend sein: Entspannung als Lösung von Spannung, Auflösung von Spannung.
Familie Wernicke lebt in Harburg. Der Vater arbeitet in der gummiverarbeitenden Industrie, die Mutter ist Hausfrau, die Tochter besucht die letzte Klasse der Volksschule, der Sohn wechselt nach der Grundschule gerade den Schultyp. Familie Wernicke ist mit ihrer Umwelt verbunden, die Probleme, mit denen sie fertig werden muß, sind zahlreich. Wernickes sind eine Familie im Prozeß, bestimmt von Umwelt, auf Umwelt reagierend. Familie Wernicke wird überall zu verfolgen sein: in ihrer Wohnung, in ihrem Stadtteil, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Urlaub. Die Umwelt der Wernickes ist auch die Umwelt des Hörers. Wernickes haben Verwandte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen. Wernickes begegnen fremden Personen z.B. dem Lehrer, dem Gemeindepfarrer, Beamten, öffentlichen Dienststellen, Gewerkschaftlern und anderen. Diese Personen werden nicht von Schauspielern dargestellt. Warum sollten sie nicht als Berufspersonen selbst auftreten? Wernickes brauchen Informationen aus der realen Umwelt. Warum sollen sie sich diese Informationen nicht bei diesen Personen holen? Es sind die gleichen Informationen, die der Hörer braucht.
32. Folge: Fast ein halbes Jahr ist vergangen, seit Manfred in der GUMMAG ein Heine-Gedicht aufgesagt und damit nach Meinung der Firmenleitung den Betriebsfrieden gestört hat. Eine neuerliche Denunziation läßt bei einigen Betriebsratsmitgliedern die Meinung aufkommen, Manfred Wernicke verstoße tatsächlich gegen das Betriebsverfassungsgesetz. Erst die Kollegen Paul und Gerd, beides Vertrauensleute der Gewerkschaft, können im gemeinsamen Gespräch mit dem Betriebsrat Hein Boll den Tatbestand klären. Weil Manfred offensichtlich Interesse an gewerkschaftlicher Arbeit hat, fragt ihn Hein Boll, ob er nicht für eine Zuwahl zum Vertrauensleute-Körper kandidieren wolle. Manfred zögert noch. Aber Helga ist mit dieser Wendung der Dinge sehr einverstanden.

Produktions- und Sendedaten
- Norddeutscher Rundfunk / Westdeutscher Rundfunk 1975
- Erstsendung: 09.05.1976 | NDR 2 | 23'17