Hörspielbearbeitung
Autor/Autorin:
Pablo Neruda
Pablo Nerudas Großer Gesang (2. Teil: Die Leuchte auf Erden)
Eine südamerikanische Chronik in zwei Teilen
Vorlage: Der große Gesang (Gedicht, spanisch )
Übersetzung: Erich Arendt
Bearbeitung (Wort): Heinz von Cramer
Technische Realisierung: Ursula Knauer, Inga Bartels
Regieassistenz: Ulf Becker
Regie: Heinz von Cramer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Horst Frank Neruda Dieter Borsche Einzelstimme Franz Kutschera Das große Ungeheuer Rolf Becker Der Agitator Torsten Korp Kleines Ungeheuer Christian Albus Kleines Ungeheuer Michael Knüppel Kleines Ungeheuer Stefan Frost Kleines Ungeheuer Andreas Petersen Kleines Ungeheuer Gabriele Frost Kleines Ungeheuer Cindy Freer Kleines Ungeheuer Leila Fréer Kleines Ungeheuer Karin Schmitz Kleines Ungeheuer Heinz von Cramer Sprecher Grete Wurm Rosemarie Gerstenberg Karin Schroeder Gisela Trowe Charles Wirths Roland Schäfer Michael Thomas Lukas Ammann Wiltrud Fischer Angelika Thomas Hille Darjes Eva Garg Tilo Prückner Arnfried Lerche Hans Diehl Berthold Toetzke Guenther Boehnert Matthias Ponnier Lorenzo Rodrigues Lôpez Felipe Fernández Gilherme Dieken Graciela Salsamendi Cesar Salsamendi Leonardo Martinez Margarita Rojas Juan Figuera Luis Cortés Olegario Sepúlveda Margarita Naranjo Eufrosino Ramìrez Benhilda Varela Musik: Ute Hellermann, Renate Otta, Jutta Engelhardt, Rudolf-Heinz Streich (Flöte), Heinz von Cramer (Percussion)
Pablo Neruda, geboren am 12.07.1904, ist unbestritten der bedeutendste
Dichter des südamerikanischen Kontinents. Er änderte seinen Namen
Neftali Reyes Basoalto und nannte sich nach dem tschechischen
proletarischen Dichter Neruda. Seit den 20er Jahren vertrat er Chile
als Konsul erst in China, Japan und Indien, dann in Spanien. 1936 wird
er Senator. Nach dem Verbot der KP hält er sich bis 1952 zunächst in
Europa auf. Unter der Regierung Salvador Allendes geht er als
chilenischer Botschafter nach Paris. 1971 erhält er den Nobelpreis für
Literatur. Das überragende Werk seiner zumeist lyrischen Arbeiten ist
der "Canto General": Der Große Gesang, den Neruda 1949 als Verfolgter
im eigenen Lande zu Ende schrieb. Sein deutscher Übersetzer E. Arendt
über dieses Epos eines Erdteils: "Der "Canto General", Trauerekloge,
Drama und Heldengedicht des Widerstandes, Preislied, Chronik, will ein
handelndes Werk sein. Im südamerikanischen Raum von historischer
Notwendigkeit, von einem versklavten Kontinent seit Generationen
erwartet, führt es die lethargischen Indiomassen zu den Quellen ihrer
Herkunft zurück, verbindet sie der einst großartigen Kultur, dem nicht
gebrochenen Dasein ihrer Vorfahren, ihrem Mut, ihrem Handeln. Dieses
Dichtwerk erreichte nicht nur sein Volk, es ergriff einen ganzen
Kontinent: Südamerika hat, im Gegensatz zu Europa, eine einheitliche
Geschichte erfahren, mannigfaltig wohl in Episoden, doch stets
einheitlich im Kern. "Die Welt der Künste", schreibt Neruda einmal,
ist eine große Werkstatt, in der alle arbeiten und sich gegenseitig
helfen, wenn sie es auch nicht wissen oder glauben mögen. An erster
Stelle erhalten wir Hilfe von denen, die vor uns waren, und wir wissen
heute schon, dass es keinen Ruben Dario ohne Gongora gibt, keinen
Apollinaire ohne Lamartine und keine Pablo Neruda ohne sie alle
zusammen. Mein bedeutendstes, umfassendstes Buch jedoch ist jenes Buch
gewesen, das wir Chile nennen.
Pablo Neruda starb am 23. September 1973, wenige Tage nach dem Tod
seines Freundes Salvador Allende. "Einen Tag vor Nerudas Tod
verwüsteten Militärs sein Haus. In einer Ecke des Gartens liegt ein
Band mit spanischen Gedichten, halbverkohlt inmitten der Asche dieses
Autodafes. Um von einem Zimmer ins andere zu gelangen, muss man sich
einen Weg durch Trümmer bahnen. Der Sarg Nerudas steht in einem
kleinen Zimmer, Wind und Wetter preisgegeben." (Le Monde)
"Kommt, seht das Blut in den Straßen, kommt, seht das Blut in den
Straßen, in den Straßen." "Es geht mir allein um die Grundrechte des
Menschen. Der Mensch muss sich Gehör verschaffen, der Dichter seine
Stimme, sein Schrei werden."

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1974
- Erstsendung: 22.03.1974 | WDR 3 | 93'35