Originalhörspiel, Kurzhörspiel
Autor/Autorin:
Heinrich Böll
Der schönste Tag
Regie: Fritz Peter Vary
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Nicht bekannt
Am Vorabend der Erstkommunion seiner Tochter wird einem Vater seine Vergangenheit lebendig. Er findet sich in einer Zelle wieder, links von ihm ist ein Priester inhaftiert, rechts Julius. Mit Klopfzeichen hat er damals Taufunterricht vermittelt: die Fragen von Julius an den Priester und dessen Antworten. Später wurde Julius dann im Duschraum des Gefängnisses getauft, vor seiner Erstkommunion aber hingerichtet. Die Hinrichtung geschah, weil er einen halben Löffel Mehl aus der Gefängnisküche gestohlen hatte und auf einem Bügeleisen pfenniggroße Hostien buk. Der Vater klopft sich, wenn er nachts daran denkt, noch heute die Knöchel an seinen eigenen Wänden wund, so daß seine Frau mit Salbe helfen muß. Seine Angst ist, daß die ganze jetzige Wirklichkeit, seine Frau, die schlafenden Kinder und das morgige Fest zerfallen könnten, wenn er nur den Haustürschlüssel ins Schloß steckt. Und so klopft er immer wieder an die Wände dieser Welt, er will sich ihres Vorhandenseins versichern.

Produktions- und Sendedaten
- Nordwestdeutscher Rundfunk
- Erstsendung: 16.04.1955 | 2 | 23'25
In keiner ARD-Rundfunkanstalt verfügbar