Hörspielbearbeitung
Autor/Autorin:
Laurence Sterne
Onkel Toby
Vorlage: Tristram Shandy (Roman, englisch)
Übersetzung: N. N.
Bearbeitung (Wort): Friedrich Koffka
Regie: N. N.
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin N. N.
Die Geschichte von "Onkel Toby" ist eine völlig verrückte Angelegenheit, sie ist ein Knäuel von Mißverständnissen, die alle zum Lachen reizen und nur allmählich sich entwirren lassen. Hier offenbart sich ein trockener Humor, der mit Lächeln die Schwächen der Menschen quittiert. Vielleicht ist am charakteristischsten eine Schluß-Szene, in der ein Zeitgenosse des Dichters, des irischen Pastors Laurence Sterne und ein modernes junges Mädchen sich über die ganze Fabel unterhalten. Die junge Dame, stolz auf die Vokabeln moderner Psychologie, versucht vergeblich die Gestalt des "Onkel Toby" unter die psychologische Lupe zu nehmen und ist erstaunt, daß es nicht glückt, aber der Gesprächspartner verweist auf ein einziges kleines Erlebnis, das er selbst in seiner Kindheit mit "Onkel Toby" hatte. Als eine vorwitzige Fliege die breite Glatze und lange Nase des alten "Onkel Toby" allzusehr belästigte, bis dieser sie mit seinen Pranken einfing, zähmte er seine Wut, schloß liebevoll seine Finger um das kleine Tierchen, trug es zum Fenster und gab ihm den Spruch für sein weiteres Erdendasein mit: "Die Welt ist so groß und da sollten wir beide nicht miteinander in Frieden leben können?" Das ist die Weisheit von "Onkel Toby", eine Weisheit, die aus einem humorvollen Herzen entspringt.

Produktions- und Sendedaten
- Südwestfunk
- Erstsendung: 01.09.1950
In keiner ARD-Rundfunkanstalt verfügbar