Originalhörspiel, Kurzhörspiel
Autor/Autorin:
Heinrich Böll
Eine von Einhundertzwanzig
Ein szenischer Kommentar von Heinrich Böll
Regie: Walter Knaus
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Nicht bekannt
Aus Nachrichten wird ein Beziehungsgeflecht von Geschichten, das von den Streßsymptomen der neuen Arbeitswelt bis zu Judenpogromen in Tunis und dem Brand einer Auswanderer-Baracke in Australien reicht. - Während Westdeutschland eben beginnt, sich im Wirtschaftswunder und in einer klinisch sauberen Welt des Vergessens einzurichten, ist die kriegsbedingte Zerrissenheit der Familien, die Anarchie der Schwarzmärkte, die Schutzlosigkeit der Asylsuchenden und der "displaced persons" nämlich nicht einfach in die Vergangenheit verbannt, sondern nur nach draußen verlagert. 1952 schrieb Heinrich Böll sein erstes Originalhörspiel. Es ist ein erster Gehversuch im neuen Medium, der sicheren Boden gewinnt, indem er das Nachrichtenmedium Rundfunk selbst zum Thema macht. Eine von 120 täglichen Nachrichtenminuten (24 mal 5 Minuten im damaligen Einheitsprogramm) reicht dem Geschichtenerzähler Böll aus, um das Bild einer Epoche zu entwerfen.

Produktions- und Sendedaten
- Süddeutscher Rundfunk
- Erstsendung: 04.03.1953 | 30'00
In keiner ARD-Rundfunkanstalt verfügbar