Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Hansulrich Röhl
Verschüttete Liebesbriefe
Komposition: Hans Schepior
Regie: Fränze Roloff
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Christa Keller Ursel Langner Lothar Ostermann Werner Schramm Tilly Breidenbach Alma Langner, Ursels Mutter Lars Doddenhof Postbeamter Friedel Weih Suchdienstangestellte Sophie Cossaeus Frau Martens Hans-Martin Koettenich Herr Schramm Lotte Rausch Frau Schramm Henny Reinheimer Lisa Oppermann Lotte Kleinschmidt Emma Wuttke Hanns Lothar Gustav, deren Sohn Hanswalter Lautenschläger Verkäufer Inge Wolff Zeitungsverkäuferin Lutz Fischer Gepäckfahrer Ursula Ligocki Stimme im Lautsprecher
Noch immer wird das Schicksal vieler Menschen durch die Nachwirkungen des Krieges bestimmt: Bei Aufräumarbeiten auf einem Trümmergrundstück kommt ein verbeulter Post-Briefkasten zum Vorschein. Die Briefe - an einem Sommertag des Kriegsjahres 1943 in diesen Kasten geworfen - sind verschmutzt und verregnet. Zu den wenigen Empfängern, die noch ermittelt werden können, gehört ein junges Mädchen, Ursula. Sie erhält zwei Feldpostbriefe, die alles in ihr wachrütteln, was sie in sieben schweren Jahren niedergerungen hat. Sie liest die Grüße eines geliebten Mannes und empfindet sie als Schicksalswink, der ihr befielt, nach diesem Menschen zu suchen. Sie nimmt die Suche nach dem verschollenen Geliebten auf und läßt sich durch keine Enttäuschung entmutigen, ihn endlich doch wiederzusehen. Schließlich trifft sie ihn als Kriegsblinden wieder. Aus Liebe, nicht aus Mitleid, ist sie bereit, an seiner Seite sein schweres Los mitzutragen. Doch es wird ihr nicht leicht, an das Vergangene anzuknüpfen, weil die Furcht den Blinden hindert, aus seiner Resignation herauszutreten. Erst die gemeinsame Erinnerung an ein Buch, das sie in glücklichen Zeiten gelesen und schätzen gelernt haben, läßt sie wieder ganz zueinander finden. Ein einziger Satz aus Knut Hamsuns "Viktoria" ruft das verschüttete Gefühl herauf und zeigt ihnen die echte Kraft ihrer Liebe.

Produktions- und Sendedaten
- Hessischer Rundfunk
- Erstsendung: 03.11.1952 | hr1 | 60'00
In keiner ARD-Rundfunkanstalt verfügbar