Hörspielbearbeitung, Mundarthörspiel
Autor/Autorin:
August Hinrichs
Siebzehn und zwei
Dialekthörspiel
Vorlage: Siebzehn und zwei (Theaterstück)
Regie: Viktor Lenz
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Nicht bekannt
In der Reihe der Mundart-Hörspiele bei Radio Saarbrücken fällt dieses knappe Hörspiel weder durch einen dramatischen Knüller, noch durch einen plötzlich auftretenden "Deus ex machina" auf. Es plätschert vielmehr freundlich daher, und zunächst ahnt der Hörer gar nicht, daß es in den handelnden Personen, nämlich dem Wirt, der jungen Dame, dem Postboten vor allen Dingen und den übrigen heimlich heiß und ungemütlich wird. Ein Blick auf den Autor und nur zwei seiner übrigen Stücke macht auf Anhieb klar: hier brodelt es unterirdisch, hier glimmen Funken unter einer Aschenschicht von Harmlosigkeit, die in jedem Augenblick zur prasselnden Flamme einer Anklage aufzüngeln müssen. Worum es geht? Um nichts weiter als den Verlust einer Posttasche mit 17 Briefen und zwei "Einschreiben". Und nach und nach kommt es heraus, sobald der Verlust der Tasche bekannt wird, daß keiner in diesem Stück mitspielt, der nicht ein schlechtes Gewissen hätte. Niemand wird den zündend en Knall in dem Hörspiel vernehmen. Niemand wird befreit "Aha" rufen, aber a uch niemand wird jenes geheimnisschwere Wort überhören, das nicht ausgesprochen wird. Es ist ein echter Hinrichs mit hintergründigem Karl-Valentin-Stoff, nach dessen bayerischem Motto: "So entsteht ein Gerücht". Zur Ehre des Autors können wir nur hinzufügen: So entsteht ein Hörspiel.

Produktions- und Sendedaten
- Radio Saarbrücken
- Erstsendung: 22.03.1954 | 1
In keiner ARD-Rundfunkanstalt verfügbar