Originalhörspiel, Kurzhörspiel

Autor/Autorin: Johannes Reiter

Ferner lebte Eduard Emse

Eine Funkerzählung für drei Stimmen

Regie: Günter Bommert

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Walter Bäumer
    Werner Bruhns
    Johannes Schauer

Eduard Emse ist ein Gescheiterter - in den Augen der Tüchtigen, Nüchternen, Gesunden. Denn er befindet sich in einer Heilanstalt. Er ist noch nicht lange darin, darum beschäftigt er noch die Leute: seinen alten Lehrer, einen Mitschüler, einen väterlichen Freund. Lehrer und Mitschüler lassen sich nur vorübergehend beunruhigen von der Erinnerung an den Jungen, der so gar nicht dumm war, sondern dem es - im Gegenteil - darum zu tun war, an die Dinge heran und hinter die Dinge zu kommen. Beim Dritten - dem "Mann von nebenan" - reicht die Beunruhigung tiefer, denn er allein hat Eduard Emse in der Anstalt besucht und ihn in seiner neuen Umwelt gesehen - und die stimmt nicht mit den allgemeinen Vorstellungen überein, die man von der Welt der Kranken macht. Es will dem unbeholfen-gütigen Beobachter so vorkommen, als hätte Eduard Emse in die Stille des umzäunten Gartens, des vergitterten Hauses mit den vielen Türen und leise einschnappenden Schlössern vielleicht ein Stück heile Welt gerettet, die er draußen sich nicht hätte erhalten können.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Radio Bremen
  • Erstsendung: 02.07.1964 | Radio Bremen Zwei | 20:55 Uhr

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