Originalhörspiel

Autor/Autorin: David Zane Mairowitz

Der Agonietroll

Komposition: Peter Zwetkoff
Technische Realisierung: Dietmar Hagen, Holger Kliemchen
Regieassistenz: Corinna Waldbauer

Regie: Götz Fritsch

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Martin ReinekeErzähler
    Udo KroschwaldHeiler
    Bärbel RöhlMutter
    Frowin WolterKind
    Sonstige MitwirkendeFunktion
    Michael RiesslerMusikalische Realisation

Leidend in ihrem Gruselturme liegend, ist sie unerreichbar für ihren Sohn. Er darf sie nicht berühren, keinen Mucks von sich geben, denn der Agonietroll ernährt sich von den Wörtern kleiner Kinder. Wütend schlägt er im Kopf der Mutter um sich! Alle Mittel sind schon versucht, selbst das magische Elixier tut keine Wirkung mehr. Die Laute kann sie nicht mehr spielen, Seide kann sie nicht mehr weben, und ist doch noch so jung und hat Besseres verdient! Der Junge träumt davon, ihr Gesicht endlich einmal friedlich und über seinen Anblick erfreut zu sehen. Auf dem Weg zum Erhabenen Magus, der sie heilen soll, darf er seiner Mutter nahe sein, an ihrer Seite liegen, ihren Ingwerduft riechen. Er schleppt sie durch die Qualenwüste, trotzt dem Peinigerwind und dem Fjord des Verzweifelten Ertrinkens - und verliert sie an den Heiler. Doch nur er selbst, so glaubt er, kann seine Mutter vom Agonietroll befreien. Dann wird sie ihm Belladonnaaufgüsse machen, ihn in den Schlaf singen - für ihn da sein. Mairowitz erzählt die Geschichte eines vernachlässigten Kindes - das moderne Märchen eines Jungen, der für seine Mutter zum Drachentöter wird und als Erwachsener bitter dafür büßen muss.

Weitere Informationen
David Zaine Mairowitz, 1943 in New York geboren, lebt seit 1966 als freier Schriftsteller heute in Avignon und Berlin. Er verfasst journalistische Arbeiten, Kurzgeschichten und Bühnenstücke. Er arbeitet als Übersetzer und Regisseur. Mairowitz ist einer der bekanntesten Hörspielautoren Europas und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1996 mit dem Prix Ostankino für "Planet aus Asche" (SR 1993), 1997 mit dem Prix Italia für "Der wollüstige Tango" (HR/SWR 1998).

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Mitteldeutscher Rundfunk 2005
  • Erstsendung: 21.06.2005 | MDR FIGARO | 22:00 Uhr | 53'54

Rezensionen (Auswahl)

  • Caroline Walburg: Funk-Korrespondenz. 53. Jahrgang. Nr. 25. 24.06.2005. S. 28.

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