Mundarthörspiel
Autor/Autorin:
Konrad Hansen
Im Maugenescht
aus dem Niederdeutschen ins Schwäbische übertragen
schwäbisch
Übersetzung: Joseph Hasenbühler
Technische Realisierung: Walter Koppenhöfer
Regie: Eckhard Meyer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Oscar Müller Ruth Mönch Willy Seiler Waldemar Dannenhaus Trudel Wulle Karl Ghirardelli
"Maugenescht" nennen die Kinder ihr Versteck für heimlich angesammelte Leckereien - "Im Maugenescht" heißt das bescheidene Häuschen am Dorfrand, in dem die beiden Ärmsten des Ortes wohnen. Um die ziemlich dürftige Rente der Frau nicht zu verlieren, sind sie nicht einmal verheiratet. Aber aus Mitleid sieht man darüber hinweg, selbst der Pfarrer läßt sie putzen und das Gemeindeblatt austragen. Es ist doch erhebend, beim Vergleich mit diesen beiden zu sehen, wie weit man es selber gebracht hat. Dafür braucht man sie - und die zwei leben nicht einmal schlecht davon. Bis eines Regentags ein Tippelbruder im Maugenescht um Obdach bittet. Er bringt alles in Unordnung, Ansprüche werden gestellt, man will es auch zu etwas bringen, das Maugenescht entwickelt sich zum Wohlstandsnest. Und wie meist bei einer solchen Entwicklung gerät dabei der Gutmütige und Freundliche unter die Räder. Die Frau, der Häuschen mit Garten eigentlich gehört, muß nun für drei schaffen und hat doch nichts von dem ganzen teuren Plunder, der das "Maugenescht" mehr und mehr füllt.
