Originalhörspiel, Mundarthörspiel
Autor/Autorin:
Wilhelm Staudacher
Dörpstheater
übersetzt ins Niederdeutsche
Übersetzung: Walter Arthur Kreye
Technische Realisierung: Rolf Rockstroh, Dorit Gerrelmann
Regieassistenz: Hans Helge Ott
Regie: Walter Arthur Kreye
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Claus Boysen Anton Stelljes, Wirt Elsbeth Kwintmeyer Frau Stelljes Ivo Braak Emil Franke, Gemeinderat Ruth Bunkenburg Sybille, seine Frau Siemen Rühaak Robert Gerlach, Schriftsteller Gisela Schusdziarra Eva, seine Frau Walter Kreye Harry Wilms, Jungbauer und Laienspieler Bernd Wiegmann Bürgermeister Marie-Luise Cardell Anni, seine Tochter Hans Rolf Radula Jan, Gemeindediener und Rentner Almut Sandstede Frau Harms u.a.
Das aus dem fränkischen Dialekt übertragene Spiel zeigt den gemeinhin eher liebevoll bespöttelten Stolz ländlicher Laienbühnen auf "ihr" Dorftheater in einem ungewöhnlichen Licht. Im Dorf hat sich ein Schriftsteller niedergelassen, um hier in Ruhe und Abgeschiedenheit seiner Arbeit nachzugehen. Die Dorfbewohner begegnen ihm zunächst nur mit abwartender Skepsis, aber als er eines Tages in der Lokalzeitung einen negativen Bericht über eine Aufführung des Dorftheaters schreibt, schlägt diese Haltung scheinbar unvermittelt in Haß um.
Wilhelm Staudacher demonstriert anhand einer realistischen Fabel, wie aus kleinlichem Lokalpatriotismus, gekränkter Eitelkeit und allgemein akzeptierten Vorurteilen ein Klima entstehen kann, das für Außenseiter tödlich wird. Er demonstriert, wie in einem solchen Klima der Übergang von harmlosen Reibereien zu bösartigen und lebensbedrohenden Angriffen unmerklich wird: eine Studie dessen, was man nach einem Wort von Hannah Arend den "gewöhnlichen Faschismus" nennt.

Produktions- und Sendedaten
- Radio Bremen / Norddeutscher Rundfunk
- Erstsendung: 11.08.1975 | 50'24