Originalhörspiel, Mundarthörspiel

Autor/Autorin: Reinhard Reinke

Dat anner Leben

Niederdeutsches Hörspiel

Technische Realisierung: Rolf Rockstroh, Helga Kunze
Regieassistenz: H. Leonhardt, W. Streng

Regie: Hans Helge Ott

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Uwe FriedrichsenHerbert
    Christine BrandtElke
    Klaus NowickiHein
    Bernd WiegmannWilly
    Aljoscha SebaldHerr Marquart
    Wolfgang SchenckOlaf

Man muß kein Philosoph sein, um irgendwann zu der Erkenntnis zu gelangen, daß die Vorstellungen von einem Leben, wie man es führen möchte, mit der Wirklichkeit nur schwer auf einen Nenner zu bringen sind. Diese Diskrepanz empfindet auch der Verwaltungsangestellte Herbert Bensen, den Reinhard Reinke in den Mittelpunkt seines neuen, tragikomischen Hörspiels stellt. Herberts Hoffnungen, Wunsch und Realität dennoch zumindest zeitweise miteinander in Einklang zu bringen, richten sich auf die drei Urlaubswochen, die er Jahr für Jahr mit Frau Elke und Sohn Krischan auf einer kleinen Nordseeinsel verbringt. Dort, glaubt er, werde ihm geschenkt, was ihm der Alltag verwehrt: die vollkommene Harmonie zwischen sich und seiner Umwelt, ein gleichsam paradiesischer Zustand wunschlosen Glücks. Davon zehrt Herbert elf Monate lang, während er, von lauter katzbuckelnden Kollegen umgeben, grimmig, aber widerspruchslos die Launen seines Chefs erträgt. Elf Monate sieht er sich mutterseelenallein am Meer sitzen und eine Angel ins Wasser halten. Wenn es dann allerdings soweit ist, daß der langgehegte Wunschtraum Wirklichkeit werden soll, zeigt sich, daß Alltag und Paradies nicht völlig voneinander zu trennen sind, denn schließlich ist Herbert nicht allein in Urlaub gefahren, und Elke erspart es ihm denn auch nicht, mehrfach nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß sie und Krischan auch noch da seien. So kommt es, daß Herberts größter Wunsch — nämlich der, angeln zu gehen — Jahr für Jahr unerfüllt bleibt. Und das wurmt ihn natürlich. Deshalb hat er sich für den Urlaub, den dieses Hörspiel beschreibt, eines ganz fest vorgenommen: diesmal wird geangelt —  komme, was da wolle!

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Radio Bremen / Norddeutscher Rundfunk
  • Erstsendung: 13.03.1978 | 54'35

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