Originalhörspiel, Kriminalhörspiel

Autor/Autorin: Viviane Koppelmann, Leonhard Koppelmann

Märchen & Verbrechen: Die Brüder Grimm – Akte 03: Der Wolf oder Das Geiseldrama von Fritzlar (1. Teil: Der Wolf)

Redaktion: Hans Sarkowicz
Dramaturgie: Hans Sarkowicz
Technische Realisierung: Roland Grosch, Ursula Potyra, Thomas Rombach, André Bouchareb, Melanie Inden, Julia Kümmel
Regieassistenz: Herta Steinmetz

Regie: Viviane Koppelmann

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Mechthild GroßmannMärchenerzählerin
    Wanja MuesJakob Grimm/Chronist
    Jona MuesWilhelm Grimm
    Michael RotschopfEugène François Vidocq
    Laura MaireJenny von Droste zu Hülshoff
    Hedi KriegeskotteMutter Oberin Sybille von Anstetten
    Johanna MillerCharlotte Amalie von Bergensdorf
    Roland SilbernaglOberstleutnant Carl-Adam Graf von Pázmánd alias der Wolf
    Daniel FriedlHerr Gruber
    Torben KesslerWirt
    Wolf Aniol
    Hannah Bröder
    Karoline Reinke
    Paula Hans
    Nelly Politt
    Dana Kauck
    Yuki Tochigi
    Altine Emini

Im Mädchenpensionat des Ursulinenklosters zu Fritzlar werden eine Schülerin und ihre Lehrerin vermisst. Sie ist die Tochter des Kron-Großjäger- und Zeremonienmeisters seiner Majestät, August Wilhelm Karl Graf von Hardenberg. Wilhelm vermutet eine Entführung, aber aus welchen Motiven?

Die Brüder Grimm leben und arbeiten in einer bewegten Zeit in Kassel. Seit dem Frieden von Tilsit (1807) kontrolliert Napoleon Bonaparte viele Herzog- und Fürstentümer im deutschen Westen. In Kassel setzt er seinen Bruder Jérôme Bonaparte als König von Westphalen ein, einem Modellstaat mit großem Modernisierungspotential. Die Abschaffung von Adelsprivilegien und Leibeigenschaft, die Einführung der Religionsfreiheit und anderer Bürgerrechte durch den Code Civil werden von der Bevölkerung durchaus begrüßt. Die Fremdherrschaft durch die französischen »Besatzer« und das damit einhergehenden Ausplündern finanzieller und personeller Ressourcen führen aber auch zu vehementer Ablehnung. Manche wünschen sich die alte Ordnung zurück, andere träumen von noch mehr Liberalisierung in einem souveränen Deutschland. In dieser politischen Gemengelage tritt Jakob Grimm seine Stelle als Privatbibliothekar von König Jérôme Bonaparte an, um nach dem frühen Tod seines Vaters für den Unterhalt der vielköpfigen Familie zu sorgen. Zunächst nutzt er die Möglichkeit der neuen Anstellung, das mit seinem Bruder Wilhelm begonnene Projekt einer Deutschen Märchensammlung weiterzuführen – bis Jakob zum Beisitzer des Staatsrats berufen wird. Jetzt kann er sich nicht länger den politischen und gesellschaftlichen Händeln entziehen… Hier setzt die Fantasie unseres Autorengespanns an, fällt die Entwicklung der modernen Kriminalistik doch genau in diese Zeit. 1811 wird in Paris die Brigade de la Sûreté, eine Ermittlungsbehörde mit Zivilagenten gegründet, woran der ehemaligen Dieb und Betrüger Eugène François Vidocq beteiligt ist. Das hat auch Auswirkungen auf das französisch besetzte Kassel. Was wäre, wenn die Grimms mit ihrer besonderen Beobachtungsgabe und Eugène François Vidocq mit seinem Insider-Wissen in Kassel zusammengetroffen wären und hier erste Ansätze klassischer Detektivarbeit entwickelt hätten? Über die Aufgaben Jakobs im Staatsrat jedenfalls schweigen die historischen Quellen beharrlich. Und lesen sich viele Märchen nicht wie verkappte Kriminalfälle? Mord, Entführung, Missbrauch und Freiheitsberaubung spielen häufig eine zentrale Rolle in den vermeintlichen »Kinder- und Hausmärchen«. Unterstützung bekommen die drei von der resoluten Jenny von Droste zu Hülshoff – der älteren Schwester der Dichterin Annette. Dabei erblüht bald auch eine zarte platonische Liebe zwischen der jungen Frau und den beiden Brüdern.

Mechthild Grossmann spricht die Rolle der Märchenerzählerin.
© HR / Ben Knabe
Mechthild Grossmann spricht die Rolle der Märchenerzählerin. © HR / Ben Knabe

Produktions- und Sendedaten

  • Hessischer Rundfunk 2018
  • Erstsendung: 10.12.2018 | hr2-kultur | 24'23

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