Hörspielbearbeitung

Autor/Autorin: Wolfgang Lohmeyer

Cautio criminalis

Vorlage: Cautio Criminalis oder die außerordentliche Pilgerschaft des Friedrich Spee von Lengenfeld (Theaterstück)
Bearbeitung (Wort): Alwin Michael Rueffer

Regie: Alwin Michael Rueffer

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Rudolf BartschFriedrich Spee
    Werner HanfgarnPater Baving
    Robert SeibertProfessor Ostermann
    Gert TellkampfProbst Henot
    Heinz StöwerDr. Schultheiß
    Gisela ZieglerKatharina
    Agnes VerenaAnna
    Thomas StrouxPhilipp v. Schönborn
    Maria Madlen Madsen
    Hans Franken
    Friedrich Kolander
    Kai Kraus
    Werner Küffe
    Siegfried Nürnberger
    Joachim Schweighöfer

"Cautio criminalis" – das ist der Titel einer 1631 anonym erschienenen Anklageschrift gegen die Hexenverfolgung, die sich vor allem gegen die damals übliche Erpressung von Geständnissen mittels der Folter wandte. Autor des Buches war der Jesuitenpater Friedrich Spee (von Laufenberg). 1591 in Köln geboren, war er mit 19 Jahren dem Jesuitenorden beigetreten. 1627 bestellte ihn der Bischof von Würzburg, einer der fanatischsten Hexenverfolger seiner Zeit, zum Beichtvater der zum Tode Verurteilten. Während der folgenden zwei Jahre bereitete Spee zweihundert Personen auf den Verbrennungstod vor. In der "Cautio criminalis" heißt es über diese Zeit: "Ich lege dies mit einem Eidschwer nieder, daß ich wenigstens bis jetzt keine zum Scheiterhaufen geführt habe, von der ich nach allseitiger Überlegung hätte behaupten können, daß sie schuldig sei." Spee versuchte, sich für die verweifelten Opfer des Hexenwahns einzusetzen, er versuchte, den Verfolgern nach den Akten die Unschuld der Verurteilten zu beweisen. Dadurch bekam er Schwierigkeiten mit seinen Oberen. Nach zwei Jahren wurde ihm der Zutritt zum Kerker verwehrt. Wirklich helfen können hatte er niemandem, durch sein persönliches Wirken ebensowenig wie durch seine Schrift. Erst im 18. Jahrhundert wurde durch Thomasius die Hexenverfolgung abgeschafft. Spee blieb jedoch der Kirche treu und arbeitete leidenschaftlich für die Gegenreformation. Als Verfasser der "Cautio criminalis" wurde er zu Lebzeiten nicht identifiziert. Spee verbrachte die letzte Zeit seins nur 44 Jahre dauernden Lebens als Moraltheologe in Trier, wo er auch sein Noviziat absolviert hatte. In der Bibliothek von Trier hängt auch das einzige Ölportrait Friedrich von Spees, den die Literaturgeschichte außerdem als Verfasser zweier bedeutender Gedichtbände kennt. 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Südwestfunk 1968
  • Erstsendung: circa 1968 | 58'50

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