Hörspielbearbeitung

Autor/Autorin: Etty Hillesum

ETTY (1. Teil)

Hörspiel nach den Tagebüchern von Etty Hillesum

Vorlage: Ich will die Chronistin dieser Zeit werden (aus: Sämtliche Tagebücher und Briefe 1941 – 1943) (Tagebücher, niederländisch)
Übersetzung: Christina Siever, Simone Schroth
Bearbeitung (Wort): Elisabeth Weilenmann
Komposition: Matthias Jakisic
Redaktion: Kurt Reissnegger, Cordula Huth
Technische Realisierung: Elmar Peinelt, Manuel Radinger, Simon Dünser
Regieassistenz: Susanne Hofinger

Regie: Elisabeth Weilenmann, Elisabeth Weilenmann

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Lou StrengerEtty
    Roland KochSpier
    Nils ArztmannJan
    Karl MarkovicsHan
    Julius Béla DörnerJunger Mann
    Tilman TuppyMischa
    Marlena ReinwaldMädchen 1
    Marie Theres MüllerMädchen 2
    Markus MeyerSprecher
    Sabine MuhrMutter/Frau mit Wäsche
    Johannes SilberschneiderVater
    Sonstige MitwirkendeFunktion
    Stefanie ZussnerProduktion/Besetzung

    Musik: Matthias Jakisic (Violine; Klavier)

Etty Hillesum war eine niederländische Jüdin, die 1943 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Nachdem sie 1941 Julius Spier kennengelernt hatte, der sowohl psychoanalytisch als auch körpertherapeutisch arbeitete, begann sie auf dessen Empfehlung, Tagebücher zu schreiben. Das Gesamtwerk ihrer Tagebucheinträge, Briefe und Schriften wurde 2023 bei C.H Beck unter dem Titel „Ich will die Chronistin dieser Zeit werden. Sämtliche Tagebücher und Briefe“ veröffentlicht. „Das ist das Problem unserer Zeit. Der große Hass gegen die Deutschen, der das eigene Gemüt vergiftet ... Und wenn auch nur noch ein einziger anständiger Deutscher existierte, dann wäre dieser es wert, in Schutz genommen zu werden“, schreibt Etty Hillesum am 15. März 1941 in ihr Tagebuch. Die 1914 geborene Tochter eines niederländischen Lehrers und einer russischen Mutter beschreibt in ihren Aufzeichnungen ihre Depressionen und Lebenslust, ihre Suche nach Liebe und Selbstbestimmung, ihre Begegnung mit Gott („Ich führe einen Dialog mit dem, was in mir das Allertiefste ist und was ich der Einfachheit halber als Gott bezeichne“) und ihre Auseinandersetzung mit Hass und Mitgefühl: „Wir müssen diese Barbarei im Herzen ablehnen.“ 1942 arbeitet sie kurz beim jüdischen Rat, geht dann freiwillig ins Lager Westerbork, um den Kranken beizustehen – „Man möchte ein Pflaster auf vielen Wunden sein.“ Am 7. September 1943 wird sie mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert, wo sie am 30. November 1943 stirbt. Ihre Tagebücher und Briefe übergab sie einer Freundin zur Veröffentlichung. 1983 erschien die Gesamtausgabe, 2023 die deutsche Übersetzung. Die Zeit schrieb über sie: „In Hillesums Werk begegnet eine Frau, die an Anne Frank, Simone Weil und Edith Stein erinnert - und doch einzigartig bleibt: So viel Grenzüberschreitung hat in der Frauengeschichte nicht ihresgleichen.“

Weitere Informationen
Elisabeth Weilenmann, geboren 1982 in Niederösterreich, begann schon im Studium, Hörspiele und Radiofeatures zu schreiben und zu inszenieren. Seit 20 Jahren arbeitet sie für die ARD, den DLF, SRF und den ORF. Sie unterrichtet an mehreren Universitäten (MDW, Max Reinhardtseminar, JKU Linz) und wurde für ihre Arbeiten mehrfach international ausgezeichnet u. a. mit dem Hörspielpreis der Kritik, dem Prix Europa oder der Goldstatue des New York Radio Festivals.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Österreichischer Rundfunk / Hessischer Rundfunk 2025
  • Erstsendung: 25.12.2025 | Ö1 | 14:00 Uhr | 55'29
  • Deutsche Erstsendung: 24.05.2026 | hr2-kultur | 14:04 Uhr | 55'29

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