ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Claude Aveline

Wahr ist es, doch man braucht es nicht zu glauben

Übersetzt aus dem Französischen


Übersetzung: Kurt Kusenberg

Technische Realisierung: Siegbert Bienert, Christa Lalla


Regie: Hanns Korngiebel

Ein Mann bummelt allabendlich, wenn er aus dem Büro kommt, über die Avenuen von Paris. Er fühlt sich immer wieder angezogen von einem Antiquitätengeschäft, in dessen Schaufenster sich Heiligenfiguren, schwere Truhen, Kästen aus Eisen und alte Leuchter ein die Phantasie anregendes Stelldichein geben. Der Ladenbesitzer, ein alter Mann, sitzt zu dieser Stunde immer unbeweglich zwischen seinen Madonnen, wie ein Wächter im Vorhof einer magischen Welt. "Er blickte nach draußen, ganz starr - mit diesem Blick, der nichts wahrnimmt. Vor allem fiel mir sein kahler Schädel auf. Ich habe ihm keinerlei Bedeutung beigemessen. In meinem Viertel gehören Kuriositätenhändler, die still dasitzen und vor sich hinträumen, einfach zur Szenerie. Wenn ich unterwegs an ihn dachte, bevor ich an sein Geschäft kam, nannte ich ihn: die Wachsfigur ..." Eines Abends tritt der Mann, der uns diese Geschichte erzählt, in den Laden ein. Die 'Wachsfigur' hat seine Neugier geweckt, er kann einfach nicht widerstehen. Und nun treten Dinge ein, die aller Logik spotten. Der arglose Passant gerät in eine Welt des Unwirklichen. Wie ein Spuk, dem man sich nicht entziehen kann, lassen die makaberen Impressionen dieser Nacht sein Blut erstarren. Am anderen Morgen hat das Licht des Tages alles wieder in die Realität zurückgeblendet: Es ist wieder ein ganz normales Antiquitätengeschäft und auch die alte Sanduhr, die das erregende Geheimnis der Nacht barg, ist wieder eine ganz gewöhnliche Standuhr.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Peter MosbacherIch
Erwin KalserAntiquitätenhändler


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

RIAS Berlin 1958

Erstsendung: 12.02.1958 | 48'05


AUSZEICHNUNGEN

  • Prix Italia 1955

Darstellung: