Hörspielbearbeitung

Autor/Autorin: Thomas Stearns Eliot

Der Familientag

Vorlage: Der Familientag (Schauspiel, englisch)
Übersetzung: Rudolf Alexander Schröder, Peter Suhrkamp
Bearbeitung (Wort): Gert Westphal

Regie: Gert Westphal

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Alice VerdenAmy, verwitwete Lady Monchensey
    Deli Maria TeichenIvy, ihre jüngere Schwester
    Trudik DanielViolet, ihre jüngere Schwester
    Aenne BruckAgatha, ihre jüngere Schwester
    Brigitte SchwubMary
    Helene DietrichDenman, ein Zimmermädchen
    Gert WestphalHarry, Lord Monchensey
    Kurt StrehlenDowning, sein Diener und Chauffeur
    Walter KottenkampOberst Gerald Piper, Bruder ihres Mannes
    Gillis van RappardCharles Piper, Bruder ihres Mannes
    Walter KottenkampDr. Warburton, Hausarzt
    Ernst RottluffGendarm Winchell

Obwohl das Wort nicht ein einziges Mal fällt, ist Eliots "Familientag" das überzeugendste Stück, das über die "Erbsünde" geschrieben wurde. Zugleich aber ist es ein Bild unserer Welt, welche die meisten Verbrechen wider besseres Wissen und alle aus Angst begeht und zur gleichen Zeit "Sicherung" will. Harry, der zum Familientag zurückkehrende Sohn, muß wahnsinnig erscheinen in einer Familie, die sich für normal hält. Er weiß nicht genau, ob er seine Frau wirklich in jener Nacht im Atlantik über Bord stieß oder ob er sich den Mord einbildet. Er fürchtet sich vor den Visionen seiner Ahnung, seines tiefen Wissens mehr als vor den Ereignissen und Unfällen der Wirklichkeit. Und er erfährt schließlich, daß durch ihn im Traum oder in der Wirklichkeit der Mord geschah, den sein Vater nur dachte. Verrückt also, sagt die normale Familie. Nur Agathe, die Schwester seiner Mutter, versteht ihn. Sie hat Harrys Vater seinerzeit gehindert, um ihretwillen seine Frau zu töten. Sie begreift Harry, dem sie zur Geburt half, als das "Sichbewußt-Sein seiner Familie", das den Fluch lösen muß, der schon im Gedanken liegt. Wie unwichtig ist nun, ob Harry ein "wirklicher" Mörder ist. Er sühnt die Sünde aus freiem Entschluß.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Radio Bremen 1950
  • Erstsendung: 13.02.1951 | 89'14

Haben Sie Anregungen oder Ergänzungen zu diesem Eintrag?