Originalhörspiel
Autor/Autorin:
Petra Maria Meyer
Rückruf ins Gedächtnis (Kurzfassung)
Technische Realisierung: Otto Fries, Dirk Franken
Regieassistenz: Hans Georg Andres
Regie: Hein Bruehl
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Barbara Nüsse Autorin Ernst August Schepmann Zitator
Kurzfassung.
Die Medienwissenschaftlerin Petra Meyer zu ihrer Kollegsendung: "Wie
können die vielfältigen Werke einer akustischen Kunst, die in den
Archiven auf ihr Vergessen warten, ins Gedächtnis zurückgerufen
werden, ohne daß sich die Erinnerung an sie an die Wiederholung
verliert? Gibt es denn überhaupt eine Wiederholung? Ist nicht jede
Wieder-Holung nach einem neuen Gesichtspunkt schon eine Neu-
Kombination? Welche Rolle spielt das Gedächtnis dabei, das zum
Leitbegriff des Denkens wurde, weil kein Gedanke aufkommt, der sich
nicht dem Gedächtnis verdankt?
Der Rückruf ins Gedächtnis gibt das Gedächtnis selber zu bedenken und
folgt seinen Spuren im Magazin akustischer Kunstwerke. Ob als
Rückgriff auf das Vergangene oder als Einspruch gegen die
Überlieferung und Erfindung des Neuen, immer wieder trifft man auf das
Gedächtnis, das innerhalb der akustischen Kunst wechselnde Formen und
Funktionen annimmt. Je nachdem, wie das Gedächtnis zurückgerufen wird,
ob als rationale Gedächtnisarbeit, als poetisch-assoziative
Neuschöpfung oder im Anschluß an ein zen-buddhistisches Verständnis
als Erinnerung des Vergessens, entstehen ganz unterschiedliche
akustische Werke und Spiel-Arten einer Gedächtniskunst, die in der
Sendung vorgestellt werden.
Die akustische Kunst kann sich auf einen Erinnerungsdatenspeicher
stützen und technische Verfahren als produktives Vermögen nutzen,
Erinnertes nicht nur zu wiederholen, sondern neu zu kombinieren. Unter
diesem Gesichtspunkt verdankt sich ihr Denkprinzip dem Gedächtnis.
(Pressetext)
(Die Sendung enthält kurze Ausschnitte aus - Pierre Henry: "Ein Haus
der Klänge", "Kristall der Erinnerung", Sorrel Hays: "Sound Shadows",
Hans Otte: "Voicings", Ros Brandt: "Mungo", Malcolm Goldstein: "Ishi /
Timechangingspaces", George Brecht: "Das Hsin Minh des Seng Ts'an",
Alison Knowles: "Bohnen-Sequenzen", John Cage: "Roaratorio", Juan
Allende-Blin: "Palimpsest", Alvin Curran: "For Julian", Franz Mon:
"das gras wies wächst", Mauricio Kagel: "Die Umkehrung Amerikas",
Carlfriedrich Claus: "Lautaggregat", Bill Fontana: "Satelliten-
Klangbrücke Köln - Kyoto".

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1993
- Erstsendung: 28.09.1993 | WDR 3 | 21:00 Uhr | 49'45