ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel
Requiem für einen spanischen Landmann
Übersetzung: Walter Boehlich
Bearbeitung (Wort): Bernd Lau
Komposition: Peter Zwetkoff
Technische Realisierung: Günter Beckmann, Eva-Maria Polter, Ursula Jestrzembski
Regieassistenz: Waltraud Heise
Regie: Bernd Lau
Ramón José Senders "Requiem für einen spanischen Landmann" spielt in einem kleinen aragonesischen Dorf. Die Ereignisse spiegeln im kleinen wider, wie sich die gesellschaftlichen Verhältnisse Spaniens in der Epoche vor dem Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs veränderten. In der Sakristei seiner Kirche sitzt der Priester Mosén Millán und wartet auf die Angehörigen und Freunde Paco de Molinas, um für ihn das Totenamt zu halten. Er erinnert sich, wie es vor einem Jahr zur Ermordung des jungen Mannes gekommen war, dessen Lebensweg er von der Taufe an begleitet hatte. Paco, der Bauer werden wollte wie sein Vater, war nach Abschaffung der Monarchie in den Gemeinderat gewählt worden. In der Auseinandersetzung um die mittelalterlichen Feudalrechte stellte er sich auf die Seite der Bauern, die die Bergweiden des Herzogs für ihr Vieh beanspruchten. Ohne daß die Dorfbewohner die Hintergründe durchschauten, war eines Tages an die Stelle der dörflichen Guardia Civil eine Gruppe sogenannter Senoritos getreten, Faschisten, die im Einvernehmen mit den Großgrundbesitzern das Dorf terrorisierten und auch Paco de Molina erschossen. Der Priester hatte ihnen sein Versteck verraten, in der Annahme, er würde vor ein Gericht gestellt. Zur Totenmesse in Mosén Millans Kirche erscheinen schließlich nur die, die Pacos Ermordung veranlaßt hatten, die drei Großgrundbesitzer des Dorfes.