ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Walter Bauer

War Christus überall?



Regie: Carl Nagel

Die Hörspielarbeiten Bauers empfangen wesentliche Anregung auch durch sein lyrisches Schaffen. Bauer stellt sich mit seinen Themen den Forderungen des Heute und Hier. Er ist ein christlicher Dichter, dessen Werk ein Appell an die Herzensträgheit unserer Generation ist. In seinem Hörspiel "War Christus überall?" wird dieses Grundanliegen besonders deutlich. Der Dichter versucht eine Konfrontierung der christlichen Botschaft - wie sie etwa in dem Spiel von Oberammergau sich darstellt - mit der Wirklichkeit. Dieses Spiel, das reine Erfindung ist - auch die Passionsszenen stammen vom Autor -, soll nicht irgendein Hörspiel sein. Walter Bauer schrieb es, um sich mit einem ihm wesentlichen Problem auseinanderzusetzen. Er selbst sagt dazu: "Möglicherweise enthält es Akzente, an denen manche Leute sich ärgern. Aber es soll wohl auch das Ziel einiger Dinge sein, die man schreibt. Nicht zuletzt ist es das, was ich in den Zeitungen über derartige Festspiele lese, die - so scheint es mir - die Fassade des 'Heiligen' eines Passionsspiels zum Einsturz bringen, was mich zu diesem Hörspiel veranlaßte." Das Stück stellt in harter Aufeinanderfolge Szenen des Passionsspiels der Realität gegenüber, wie sie sich in dem dem Christusdarsteller gehörenden Gasthof zwischen dessen Familienmitgliedern und den eingewiesenen Flüchtlingen abspielt. Den Rahmen bildet der Geschäftsbetrieb, der zu den nicht mehr wegzudenkenden Attributen solcher Massenveranstaltungen gehört.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Wolfgang EngelsLeitmüller, der Darsteller des Christus
Mila KoppFrau Bischoff
Trudik DanielFrau Leitmüller
Oswald DöpkeGeorg Leitmüller, ihr Sohn
Herbert SteinmetzBischoff, ihr Mann
Friedrich W. BauschulteJournalist


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen 1952

Erstsendung: 07.11.1952 | 65'42


Darstellung: