Hörspielbearbeitung
Autor/Autorin:
Alfred Andersch
Mein Verschwinden in Providence
Vorlage: Mein Verschwinden in der Providence (Prosa)
Bearbeitung (Wort): Hermann Naber
Technische Realisierung: Udo Schuster, Christiane Köhler
Regieassistenz: Stefanie Hoster
Regie: Hermann Naber
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Peter Lieck Autor Bruno Ganz Der Schriftsteller T. Marianne Mosa Eliza Dorrance Helmut Wöstmann William Dorrance
Alfred Andersch nennt seine Prosa-Arbeit "Mein Verschwinden in Providence" im Untertitel "Fast ein Roman-Entwurf". In 110 durchnumerierten kurzen Abschnitten, von denen einer die Faustskizze des Romans enthält, wird in einer raffinierten Collage die Geschichte des westdeutschen Schriftstellers T. erzählt, der auf einer Lesereise durch die USA eines Tages in der idyllischen Oberstadt von Providence spurlos verschwindet. Nach einer Autotour an die Mündung der Narragansett-Bai, wo T. 1945 (wie Andersch selbst) in einem Kriegsgefangenenlager den Entschluß faßte, Schriftsteller zu werden, verliert sich seine Spur im Universitätsviertel von Providence mit seinen malerischen alten Häusern. Niemand weiß, daß T. in einem dieser alten Häuser gefangen gehalten wird. Dessen Bewohner, das kinderlose Ehepaar Eliza und William haben den Entschluß gefaßt, ihrem Gefangenen die Bedingungen einer vollkommenen künstlerischen Freiheit zu verschaffen, in der er auf keinerlei Lebensumstände, wirtschaftliche Verhältnisse, Abhängigkeiten, Beziehungen, Traditionen, Strukturen, in denen er bisher als Schriftsteller "erschienen" war, Rücksicht zu nehmen braucht. Verfolgen die beiden ein Experiment? Oder was sind ihre Motive? T. jedenfalls läßt sich auf ihre Bedingungen ein und beginnt nach einiger Zeit mit der Konzeption des Romans über sein Verschwinden in Providence.

Produktions- und Sendedaten
- Südwestfunk 1984
- Erstsendung: 29.03.1984 | 58'40