Hörspiel
Autor/Autorin:
Paul Kohl
Der Dienst
Technische Realisierung: Werner Klein, Karin Beaumont
Regieassistenz: Ute Eckelkamp
Regie: Stefanie Hoster
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Martin Semmelrogge Bruno Mittmann Joachim Jung Franz Hess Detlef Jacobsen Carl Languth . Detlef Kügow Hans Koch Walter Gontermann Paul Eick Joachim Nottke Eberhard Herf Andrea Kopsch Sprecherin
Die Nacht zum 22. Juni 1941: Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Anfang und Ende des "Rußlandfeldzugs" sind bekannt. Was dazwischen im besetzten Land geschah, bleibt merkwürdig in der Grauzone des historischen Gedächtnisses der Deutschen stecken. Über 20 Millionen Tote hatte die UdSSR durch den deutschen Überfall von 1941 und die Besetzung bis 1944 zu beklagen, darunter 7 Millionen Zivilisten. Paul Kohl fuhr 1985 in die UdSSR, folgte der Route der Deutschen Armee durch unzählige Orte und Landstriche. Sein Hörspiel "Der Dienst" konzentriert sich auf die Stadt Minsk. Ganz normale deutsche Soldaten, Angehörige der Wehrmacht der Polizei, des SD haben dort in der Stadt im Ghetto, im Lager, in den Gaswagen "vom Morgen bis zum Abend gearbeitet". Die Protokolle des Minsker Kriegsverbrecherprozesses (1946), die Kohl in den Archiven des KGB fand, geben Aufschluß darüber. Für sein Hörspiel hat er einige Aussagen von Angeklagten ausgewählt: "Wir haben unseren Dienst getan". Sonst nichts. "Der Dienst" ist keine Dokumentation, wohl aber eine abstrakte Vorführung des Bewußtseins der deutschen Täter.

Produktions- und Sendedaten
- Saarländischer Rundfunk 1991
- Erstsendung: 23.06.1991 | 2 | 37'57