ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Karl Günther Hufnagel

Lot's Frau


Technische Realisierung: Günter Genz, Annette Kruschke

Regieassistenz: Gertrud Windhorst


Regie: Ulrich Heising

1. Mose 19: Gott vernichtet Sodom, errettet aber den einzigen Gerechten, Lot mit seinen beiden Töchtern und seiner Frau. Die aber schaut wider das Gebot zurück und erstarrt zur Salzsäule. Die Töchter müssen Samen vom trunkenen Vater nehmen, damit das Geschlecht weiterlebt, die Stammvölker der Moabiter und Ammoniter werden geboren. Weiterleben heißt also, nicht ohne Nachkommen sterben. Versiegt das Geschlecht, war Gottes Rettungstat sinnlos. Die Überlebensspiele sind nurmehr obszön. Im Hörspiel hat nicht Lot's Frau sich aus Neugierde umgedreht, sondern Lot selbst aus Habsucht. Übrig bleiben eine alternde Frau und nicht zwei Töchter, sondern zwei Söhne, die mit ihrer Mutter keine Kinder mehr zeugen können. Es gibt kein nächstes Geschlecht und also auch keine Rechtfertigung für das Gegenwärtige. Lot's Frau lebt nach dem Untergang Sodoms in der alten, nun zwecklosen Wollust dahin, mit dem Sohn des Lot und dem anderen, den sie von einem Engel empfangen hat, Rochus, dem Schwein, nicht dem Lamm Gottes. Ein Exempel für den endgültigen Stand der Dinge nach der Katastrophe.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Doris SchadeGerlinde
Kurt RaabWendelin
Stephan ReckRochus
Peter FitzLot


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Sender Freies Berlin 1986

Erstsendung: 05.08.1986 | 62'15


Darstellung: