ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Stefan Zweig

Ungeduld des Herzens


Vorlage: Ungeduld des Herzens (Roman)

Bearbeitung (Wort): Gert Westphal

Komposition: Peter Zwetkoff

Technische Realisierung: Fred Bürck, Nina Langrock

Regieassistenz: Peterpaul Schulz


Regie: Gert Westphal

In den letzten Tagen der alten Donaumonarchie wird in einer kleinen Garnisonsstadt der Ulanenleutnant Anton Hofmiller aufs Schloss der Kekesfalvas zum Abendessen eingeladen. Beim Walzer fällt ihm ein Faux-pas ein, den er einmal beging: er vergaß, die Tochter des Hauses zum Tanz aufzufordern. An diesem Abend wird seine Aufforderung jedoch zu einem noch schlimmeren Affront, denn Edith von Kekesfalva ist gelähmt,  an einen Rollstuhl gefesselt, sie vermag nur mit Krücken mühsam zu gehen. Um seinen Fehler wieder gutzumachen, kommt er nun immer wieder als Gast auf das Schloss und stiftet damit eine heillose Verwirrung, aus der er kein Zurück mehr findet. Edith beginnt ihn leidenschaftlich zu lieben und hofft obendrein ihre Gesundheit wiederzuerlangen. Von ihrem Vater getrieben, willigt Hofmiller, mehr aus Mitleid und aus Schwäche in die Verlobung ein. Er verleugnet jedoch am gleichen Abend seine Braut den Kameraden gegenüber, da er nur Hohn und Spott über seine Bindung an den reichen Krüppel fürchtet. Auf Befehl seines Oberst verschwindet er am nächsten Morgen in eine andere Garnison, wo er - zu spät zum persönlichen Eingreifen - von dem Selbstmord Ediths hört, begangen aus Verzweiflung über seine vermeintliche Untreue. Wie eine Rettung erscheint ihm der Ausbruch des ersten Weltkrieges: "Ich flüchtete in den Krieg, wie ein Verbrecher ins Dunkel. Ich suchte den Tod, aber er nahm mich nicht an."

Stefan Zweigs einziger Roman, erschienen 1938, im Jahr seiner Emigration aus Europa, spiegelt die beiden zentralen Themen des Autors: die "Verwirrung der Gefühle" - so der Titel einer seiner Novellen - und die "Welt von gestern" - so der Titel seiner Autobiographie - die Verstrickung in verborgene Leidenschaften und der gesellschaftliche Zauber des alten Österreich.

Gert Westphal knüpft mit der Inszenierung seiner Hörspielfassung an die Tradition der "filmischen" Hörspielarbeiten an, für die, kurz zuvor, im Jahr seiner Rückkehr nach Europa, ein anderer Emigrant, Max Ophüls, zwei beispielhafte Höhepunkte gesetzt hatte: mit der Inszenierung seiner Hörspielfassung von Goethes "Novelle" und, 1956, Schnitzlers "Berta Garlan".

Erstausgestrahlt vom Südwestfunk – Der Westdeutsche Rundfunk wiederholte die Ausstrahlung einen Tag später am 3. Mai 1961.

A
A

Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Walter Andreas SchwarzErzähler
Matthias FuchsHofmiller
Kurt EbbinghausKekesfalva
Gustl HalenkeEdith
Dagmar von ThomasIlona
Victor Stefan GoertzDoktor Condor
Alfred SchlageterOberst
Helga RoloffDie Blinde, Frau Condor
Nicolaus HaenelFerencz
Peter NeubauerJozsi
Kurt BeckPortier
Kristin HausmannTelefonfräulein
Hannes Schütz
Ernst Ehlert
Irene Marwitz
Barbara von Annenkoff
Rudolf Siege
Friedl Münzer
Ferdinand Mussi
Erich Elstner
Ludwig Göttl
Ursula Wondrak
Wolfgang Amerbacher
Ilsemarie Schnering
Maria Schratt-Ressek
Paul Dättel
Kurt Julius SchwarzGoldbaum
Peter Zwetkoff
Hubert Türmer

Orchester: Unterhaltungsorchester des Südwestfunks

Musikalische Leitung: Emmerich Smola


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestfunk / Westdeutscher Rundfunk / Österreichischer Rundfunk / Schweizer Radio DRS 1961

Erstsendung: 02.05.1961 | 121'52


VERÖFFENTLICHUNGEN

  • Kassetten-Edition: Klett Verlag 1989
  • CD-Edition: Der Audio Verlag 2011


AUSZEICHNUNGEN

  • Karl-Sczuka-Preis 1961

Darstellung: