ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel, Kurzhörspiel


Skizzen des Alltags


Hermann Moers

Der Sprachkursus


Technische Realisierung: Walter Jost, Irene Jüttner

Regieassistenz: Anne Andresen


Regie: Oswald Döpke

Vertreter Eichenberger ist bereits den ganzen Tag auf den Beinen, um mit berufsmäßiger Beredsamkeit Schallplatten-Sprachkurse zu verkaufen. Das Geschäft läuft schlecht, er ist wütend auf seine Frau, die so tut, als hinge seine männliche Reputation am Verkaufserfolg. Wenn er nicht wenigstens einen Auftrag bringt, bekommt er von der Plattenfirma keine Interessenten-Anschriften mehr. Die für den Tag letzte Adresse bringt ihn zur der Pensionistin Alheidis Johanna Dahmen, sechzig, eine gebildete und weitgereiste Dame. Doch leider hat wohl nicht sie, sondern ihre abwesende Nichte, wegen des Sprachkurses geschrieben. Frau Dahmen sagt immer nur ruhig und freundlich, dass sie selbst keine Verwendung für einen Sprachkursus habe, doch Eichenberger lässt in seinem Redefluss nicht locker. Die alte Dame ist längst dahintergekommen, dass hier ein junger Mensch durchdreht - vermutlich Eheschwierigkeiten. Ermuntert durch eine Tasse Kaffee und angesichts des Plattenspielers, der im Zimmer steht, legt der Vertreter die erste Platte des Englisch-Lehrgangs auf. Dabei stellt sich heraus, dass Frau Dahmen ziemlich perfekt Englisch spricht, während der Vertreter kaum ein Wort versteht. Dennoch verstummt er erst, als Frau Dahmen ihm rät, er möge doch für sich selbst und seine Frau einen der Sprachkurse kaufen, damit beide endlich das nämliche Vokabular finden und sich wieder verständigen können. Eichenberger erschrickt, zerschlägt die Platte und geht.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Heinz DracheHerr Eichenberger
Lina CarstensFrau Dahmen
Walter Andreas SchwarzSprecher der Schallplatte
Karl Heinz Bernhardt
Hans Hanus


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Süddeutscher Rundfunk / Radio Bremen 1963

Erstsendung: 27.11.1963 | 26'41


Darstellung: