ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Günter Eich

Träume


Komposition: Siegfried Franz

Technische Realisierung: Wilhelm Hagelberg, Erich Mackebrandt

Regieassistenz: Willy Lamster


Regie: Fritz Schröder-Jahn

Der Autor, mit dessen lyrischen Werken sich die Literaturkritik bereits beschäftigt und der zu den hoffnungsvollsten Dichtern der Gegenwart zählt, hatte mit seinem Hörspiel "Die gekaufte Prüfung" großen Erfolg. So bekam er vom NWDR einen weiteren Auftrag. Statt eines erwarteten ähnlich realistischen Stückes aber entstand diesmal ein ungewöhnliches, visionäres Werk aus seiner Feder, das hohe Ansprüche an den Hörer stellt und vielmehr der Sammlung als der zerstreuenden Unterhaltung dient. Verlegung auf eine nächtliche Sendezeit war jedoch programmtechnisch nicht möglich. Bei Eichs "Träumen" handelt es sich nicht um jene luftigen und flüchtigen Bilder einer regen Phantasie. Die düsteren Visionen des Autors haben ihren tieferen Ursprung in dem Unterbewußtsein der Menschen unserer Tage, das von lauernder Lebensangst und Existenzunsicherheit erfüllt ist. Schon dramaturgisch geht Eich einen nicht alltäglichen Weg. Dem eigentlichen Spiel geht ein Vorwort im Stile von Zeitungsnachrichten voran. Dann folgen die fünf Träume. Jeder endet mit einem Gedicht. In diesen Träumen spiegelt sich die Angst vor der Entwertung des menschlichen Lebens, die Furcht vor Deportation und Gefangenschaft und die Erkenntnis einer immer mehr um sich greifenden Hohlheit des Weltgefüges. Die dumpfe Atmosphäre der Angst findet ihren künstlerischen Ausdruck in Geräuschen, die drohend im Hintergrund der Dialoge stehen.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Erich SchellowSprecher der Zwischentexte
Annegret LercheSprecherin der Zwischentexte
Heinz Piper1. Sprecher
Cay Dietrich Voss2. Sprecher
Eduard MarksUralter/1. Traum
Lotte KleinUralte/1. Traum
Wolfgang RottsieperEnkel/1. Traum
Jo WegenerFrau/1. Traum
Karin LunauKind/1. Traum
Max Walter SiegMann/2. Traum
Louise DorsayFrau/2. Traum
Helmuth GmelinHerr/2. Traum
Inge SchmidtDame/2. Traum
Dieter DöderleinKind/2. Traum
Herbert A. E. BöhmeVater/3. Traum
Maria JankeMutter/3. Traum
Inge MeyselNachbarin/3. Traum
Michael BeckerBob/3. Traum
Ursula PietschElsie/3. Traum
Helmut PeineBürgermeister/3. Traum
Hermann KneerStimme/3. Traum
Gerd MartienzenPeter/4. Traum
Richard MünchMichael/4. Traum
Heinz SuchantkeKoch/4. Traum
Josef DahmenNeger/4. Traum (historische Rollenbezeichnung)
Mirjam HorwitzMutter/5. Traum
Dagmar AltrichterTochter/5. Traum
Dietrich HaugkAnsager/5. Traum
Wilhelm KürtenProfessor/5. Traum


Günter Eich im Jahr 1953. Der Preisträger des Hörspielpreises der Kriegsblinden von 1952 und des Georg-Büchner-Preises von 1959 gehörte in den 50er Jahren zu den meistgespielten Hörspielautoren. | ©dpa

Günter Eich im Jahr 1953. Der Preisträger des Hörspielpreises der Kriegsblinden von 1952 und des Georg-Büchner-Preises von 1959 gehörte in den 50er Jahren zu den meistgespielten Hörspielautoren. | ©dpa

Günter Eich im Jahr 1953. Der Preisträger des Hörspielpreises der Kriegsblinden von 1952 und des Georg-Büchner-Preises von 1959 gehörte in den 50er Jahren zu den meistgespielten Hörspielautoren.
©dpaGünter Eich im Jahr 1953. Der Preisträger des Hörspielpreises der Kriegsblinden von 1952 und des Georg-Büchner-Preises von 1959 gehörte in den 50er Jahren zu den meistgespielten Hörspielautoren.
©dpa



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Nordwestdeutscher Rundfunk 1951

Erstsendung: 19.04.1951 | 70'05


VERÖFFENTLICHUNGEN

  • Kassetten-Edition: Ernst-Klett-Verlag 1988
  • CD-Edition: Der Hörverlag 2007 (Zusammen mit der Neuproduktion von 2006)


AUSZEICHNUNGEN

  • Hörspielpreis der Kriegsblinden 1952 (2. Platz)


REZENSIONEN

  • Diemut Roether: Analoger Shitstorm. Die Ursendung des Hörspiels "Träume" im NWDR. In: epd medien. Nr. 15. 16.04.2021. S. 2.

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