ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Ingomar von Kieseritzky

Insel der Erzähler


Technische Realisierung: Gertrudt Melcher, Mechthild Austermann

Regieassistenz: Thomas Wolfertz


Regie: Klaus-Dieter Pittrich

Ein Schiffbrüchiger, genannt Fish, rettet sich auf die Insel der Erzähler, einen Ort, an dem die Erfinder von Geschichten mit Naturalien besoldet werden und so lange Ansehen und Auskommen genießen, wie sie sich als gute Fabulierer erweisen. Er trifft auf den Dichter Herosander, dem das Schicksal vieler Geschichtenerzähler droht, im erloschenen Vulkan sein Leben zu fristen, weil er mit seiner Spezialität, unsinnige Alliterationen zu dichten, nicht mehr überzeugen kann. Die große Hoffnung erkennt er in Fish, der jedoch infolge seines Schiffbruchs zunächst nur kapriziöse Wendungen und Zitate von sich gibt. Das geistreiche Vexierspiel mit zahlreichen Anspielungen, Zitaten und bekannten Sujets aus der Literaturgeschichte kreist um das ebenso vielbesprochene wie grundsätzliche Thema des Erzählens, akzentuiert mit dem Zwang zur ständigen Innovation. Kieseritzky rückt Geschichte und das Erzählen von Geschichten in eine assoziative Beziehung. Dabei ist der Wunsch nach erfundenen Geschichten umso größer, je weniger die eigene Geschichte erinnert bzw. je schneller sie vergessen wird.

Ingomar von Kieseritzky, geboren 1944 in Dresden, lebt seit 1971 als freier Schriftsteller in Berlin. Er verfasste Romane und zahlreiche Hörspiele, u. a. "Aktenlos oder Der Hamster im Laufrad" (1993) und "Die Frage des Yeti oder die Lichtung" (1994), die beide als "Hörspiele des Monats" von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgezeichnet wurden. Mit dem Hörspiel "Compagnons und Concurrenten oder Die wahren Künste" (1996) erhielt Kieseritzky 1997 den "Hörspielpreis der Kriegsblinden". Der WDR sendete zuletzt von ihm das Hörspiel "Cogito in vitro" (1999).

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Horst BollmannHerosander
Stefan WiggerFish
Petra van der BeekWanda
Marianne RogéeMinou


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2000

Erstsendung: 06.09.2000 | 47'17


REZENSIONEN

  • Markus Collalti: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 06.09.2000. S. 59.

Darstellung: