Originalhörspiel, Science Fiction-Hörspiel

Autor/Autorin: Irene Rosemann

Welle Ikarus antwortet nicht

Eine utopische Groteske

Komposition: Walter Popper
Technische Realisierung: Hildebrandt, Steininger
Regieassistenz: Richard Rupprecht

Regie: Walter Netzsch

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Gerd BaltusMax, Weltraumfahrer
    Fritz KornErnest, Weltraumfahrer
    Hans LeibeltMinister
    Anton ReimerGeneral Dom
    Dieter HildebrandtSprecher der Welle Ikarus
    Elisabeth LinhardSekretärin
    Gerta WandeslebenFrau des Ministers
    Heinrich Neureuther1. Pressemann
    Ulrich Bernsdorf2. Pressemann
    Ludwig WührProfessor
    Inge SchulzKinderstimme
    Else MarkertAlte Dame
    Norbert GastellHerr Klotzenbeck, Sprecher der Radarstation
    Wolfgang Johannes BekhLautsprecherstimme/Sprecher der Bodenstation
    Carine Christian2. Stimme

"Zwei Astronauten beschließen, auf die geplante Mondlandung zugunsten eines weniger riskanten Manövers zu verzichten. Zahlreiche Vertreten der Presse und Funk stehen bereit, um den Start des Schiffs "Ikarus", den größten Triumph ihres Landes, zu dokumentieren. Die beiden Astronauten, im technischen Fernsehquiz aus hundert Bewerbern ausgewählt, werden als erste Menschen ihren Fuß auf den Mond setzen. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt. Vor den Augen einer unübersehbaren Menschenmenge und den Spitzen der Regierung steigt die Rakete auf einem langen Feuerschweif in den Himmel. Wenig später ist die Funkverbindung abgerissen. Ikarus schweigt. Als man die Hoffnung längst aufgegeben hat, kehrt das Raumschiff zur allgemeinen Überraschung pünktlich zum vorausberechneten Zeitpunkt zurück. Bescheiden nehmen die Mondfahrer die Ovationen der Massen entgegen. Nur der Chef der Geheimpolizei bleibt ungerührt und läßt sie bei nächstbester Gelegenheit verhaften. Weil man am Leitwerk der Rakete Gräser tropischen Ursprungs gefunden hat, bleibt ihnen keine andere Wahl als zuzugeben, alle zum Narren gehalten zu haben. Gleich nachdem Start hatten sie sich gefragt, warum sie auf dem Mond landen sollten, nur um festzustellen, daß seine Oberfläche aus Bimsstein besteht, den man ebensogut für wenige Pfennige in jeder Drogerie kaufen kann. Außerdem hatte der führende Experte für Weltraumforschung jüngst in einem Boulevardblatt das Unternehmen technisch für unausgereift und die Chancen für eine erfolgreiche Rückkehr für denkbar gering geklärt. So hatten sie sich entschlossen, unter dem Schutz der Bordaggregats RCFK 12/45 für die irdischen Rdaraortung unsichtbar an einen idyllischen Ort auf der Erde zurückzufliegen und sich's gut gehen zu lassen, um dann, ausgerechnet mit dem Wissen diverser Jules Verne-, Laßwitz- und Dominik-Lektüren als erflogreiche Mondfahrer rechtzeitig zum Startpunkt zurückzukehren. Glücklicherweise scheint es, als hätte die übrige Welt die Zwischenlandung nicht bemerkt, weshalb ihre Chancen auf den Vaterländischen Verdienstorden erster Klasse nun doch so übel nicht sind ." (Pressetext nach Horst G. Tröster: Science Fiction im Hörspiel 1947-1987. Hrsg. vom Deutschen Rundfunkarchiv. Frankfurt am Main 1993)

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Bayerischer Rundfunk 1961
  • Erstsendung: 16.03.1961 | 21:05 Uhr | 39'18

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