ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Ulrich Land

Krähen über Rügen


Technische Realisierung: Ilse Sieweke, Matthias Fischenich


Regie: Angeli Backhausen

Der 10. Jahrestag der deutsch-tiefländischen Vereinigung ist gekommen. In einem kleinen Ort an der süddeutschen Grenze findet ein Fest statt. Zur Feier des Tages wird ein Hörspiel öffentlich vorgeführt, das eine Geschichte aus den letzten Wochen der DDR erzählt: Zwei junge Grenzsoldaten in einem Wachtturm an der Küste Rügens planen die Republikflucht. Mit kleinen Erpressungen und Machtkämpfen stacheln sie sich gegenseitig an. Doch plötzlich wird der eine von ihnen abkommandiert zu einer Sonderkommission ins nicht-sozialistische Ausland: Er soll wegen Materialengpässen aus Schweden einen Granitblock besorgen. Dieser Block soll der neue Stein des Sisyphos werden. Im Untergrund der Berliner Mauer leistet er vergeblich sozialistische Aufbauarbeit, indem er in bekannter Absurdität unermüdlich seinen Stein den Berg hinaufrollt. Er ist verurteilt von den Göttern des Zentralkomitees zu "unterirdischer" Tätigkeit bei der Stasi. Ulrich Land nennt sein Stück eine Farce - aber es ist mehr als eine Farce: Viel unbewältigte Vergangenheit steckt darin und vieles, was noch ganz nah ist. Ein Hörstück mit sehr viel Witz und sprachlicher Raffinesse.

Ulrich Land, geboren 1956 in Köln, lebt als freier Schriftsteller, Journalist und Hörspielautor in Hattingen. Seine markante Stimme begleitet jeden Donnerstag die Deadlinehörer auf Eins Live. Zuletzt produzierte der WDR "Loss die Jecke trecke! Bonn im Jahre 7 nach dem Umzug" (1996) von Ulrich Land und Sigrun Politt.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Heiko SenstAlex
Uwe SteimleBodo
Dietmar MuesSisyphos
Jürgen ThormannFestredner 1/Festredner 2/Kapitän/Truckerfahrer
Dietrich HollinderbäumerDurchsager
Sibylle KuhneZitatorin
Ulrich LandAutor
Ilse StrambowskiSprechchor
Susanne BredehöftSprechchor
Janin RoederSprechchor
Kerstin ThielemannSprechchor


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1999

Erstsendung: 03.11.1999 | 47'14


REZENSIONEN

  • Matthias Schümann: FAZ, 3.11.1999

Darstellung: