ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel, Originaltonhörspiel



Helmut Kopetzky

Ein Tag in der Stadt

Akustische Momentaufnahmen - ein hr2-Radiotag


Redaktion: Christoph Buggert

Dramaturgie: Christoph Buggert

Technische Realisierung: Helmut Kopetzky

Regieassistenz: Heidrun Kopetzky


Regie: Helmut Kopetzky

"I love my little town / where all my friends 're around / and the woman I love ..." - Mit dieser Hymne des Fuldaer Sängers Frank Tischer auf seine "kleine Stadt" beginnt ein ungewöhnliches Klangerlebnis: der akustische Tageslauf einer hessischen Stadt von morgens bis Mitternacht. 16 Stunden Originalton in Stereo, das Ergebnis einer monatelangen Sound-Expedition vor Ort. Für seine ebenfalls 16-stündige Klangreise "Ein Tag in Europa", Anfang 1999 mit großem Erfolg in hr2 urgesendet, wurde der Autor Helmut Kopetzky mit dem renommierten Prix Europa ausgezeichnet. Nun also Fulda. Nach dem Hör-Porträt eines ganzen Kontinents: die Stadt als Klangkörper. Das globale Dorf, so heißt es, nivelliert alle Unterschiede. Jeder kann per Mausklick überall zugleich sein. Doch die fortschreitende Globalisierung hat zu einem unerwarteten Effekt geführt. Auch und gerade die regionalen Eigenarten werden wieder stärker wahrgenommen. "Der Ort, an dem wir leben, ist eben nicht virtuell; die Menschen sind nicht austauschbar. Die Stadt in der ich groß geworden bin, in der ich sieben Jahre lang Reporter war und Lokalredakteur, und in die ich immer gerne zurückkehre, ist multikulturell geworden, eine kleine Welt-Stadt - mit einer Moschee und (wieder) einer Synagoge, mit Bürgern aus aller Herren Ländern. Und sie alle sind meine Nachbarn, Mitbewohner aus Fleisch und Blut. Sie sollen an diesem Tag im Radio lebendig werden - einem Sonntag, der zugleich ein Werktag ist, ein Radio-Tag eben. In meiner Sendung wird das Mikrophon zum Hauptakteur. Es bummelt durch die Straßen. Es mischt sich unter die Kunden in der Bäckerei am Samstagmorgen. Es hockt neben dem Wochenbett, beugt sich über den Täufling, begleitet Schüler in den Unterricht, lauscht den Schwestern der Benediktinerinnen-Abtei und den Franziskaner-Mönchen beim Vespergesang, beobachtet den Chirurgen während der Bypass-Operation im Klinikum, fährt mit dem Notarztwagen zum Einsatz, begleitet die nächtliche Polizeistreife, hört letzte Grüße auf dem Städtischen Friedhof, stapft in Gummistiefeln durch die Kanalisation, mischt sich unter Fußball-Fans, feiert Polterabend, lernt Tennis spielen, schwitzt im Fitness-Center, joggt durch den Park. Und hr2-Hörer joggen, schwitzen, bummeln, feiern, lauschen mit. Denn Rundfunk ist das Medium der Phantasie und Kommunikation." (Helmut Kopetzky)

Helmut Kopetzky, geboren 1940, lebt als Schriftsteller, Regisseur und Rundfunkredakteur in Berlin und Fulda.

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Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 2001

Erstsendung: 25.03.2001 | 960'00


REZENSIONEN

  • Frank Olbert: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24.03.2001. S. 50.
  • Götz Schmedes: In: Funk-Korrespondenz. 49. Jahrgang. Nr. 13. 30.03.2001. S. 35.
  • N. N.: In: Radiozeit 3/2001. S. 8.

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