Hörspielbearbeitung

Autor/Autorin: Antonio Tabucchi

Lissabonner Requiem

Vorlage: Lissabonner Requiem (Roman, italienisch)
Übersetzung: Karin Fleischanderl
Bearbeitung (Wort): Fabian von Freier
Komposition: 440 Hertz
Technische Realisierung: Jürgen Glosemeyer, Anne Effertz
Regieassistenz: Ulrike Weck

Regie: Fabian von Freier

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Wolf-Dietrich SprengerIch-Erzähler
    Lutz SchmidtVerkäufer
    Daniel BruehlJunge
    Rudolf Jürgen BartschLosverkäufer
    Axel GottschickTaxifahrer
    Wiltrud FischerZigeunerin/Isadora
    Manfred ZapatkaWärter
    Herbert SchäferTadeus
    Rainer HomannCasimiro
    Jürgen GlosemeyerPapagei
    Reinhard SchulatPortier
    Christine HeißViriata
    Hajo FörsterKellner 1
    Simon RodenVater
    Matthias HaaseBarmann/Kellner 2
    Hanns Jörg KrumpholzMaler
    Tom ZahnerSilver

Als er im Garten des Landhauses von Freunden in der Nähe von Lissabon, im gleißenden Sonnenlicht, mit einem Buch unter dem Maulbeerbaum sitzt - hat der Ich-Erzähler da einen Traum oder eine Halluzination? Er glaubt sich mit einem bedeutenden Dichter verabredet, der jedoch bereits tot ist. Dieser Dichter ist, wie in fast allen Romanen des Italieners Antonio Tabucchi, die in Lissabon spielen, der große portugiesische Poet Fernando Pessoa. Pessoa selbst war ein Meister der Verstellung, der Maskierung des eigenen Ichs und manifestiert das in all seinen Werken. Der Zwang zur Verschleierung durchzieht auch die eigene Biographie. Was Wunder, hält man sich die Bedeutung des Namens vor Augen: Pessoa heißt auf Portugiesisch "Person". "Persona" aber ist das altgriechische Wort für "Maske". Antonio Tabucchi, Lusitanist und seit frühen Studienjahren dem Werk Pessoas eng verbunden und mit ihm vertraut, greift dieses Phänomen auf, ohne es zur literarischen Technik degradieren zu lassen. Verstellung ist Verwandlung und Verzauberung zugleich, auf skurrile Weise eine Eloge auf Pessoa, ein subtiles und doch opulentes Bekenntnis zu mediterranem Lebensgefühl. Ein wunderbar gauklerisches, schwebend ironisches Traumspiel.

Weitere Informationen
Antonio Tabucchi, geboren 1943 in Genua und derzeit Professor an der Universität Siena, war jahrelang Leiter des Italienisches Kulturinstituts in Lissabon. Außerdem ist er Herausgeber des Werkes von Pessoa in italienischer Übersetzung. Bereits in "Indisches Nachtstück" ("Notturno Indiano", 1984), das der WDR 1998 gesendet hat, thematisiert Tabucchi das Phänomen der Identitätsverschiebung unter Verwendung von mythischen Erzählmotiven.Tabucchis erzählerisches Talent ist jedoch bei aller Komplexität der Strukturen Garant für Anregung und Unterhaltung im allerbesten Sinne.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 2000
  • Erstsendung: 25.06.2000 | WDR 5 | 16:50 Uhr | 79'57

Rezensionen (Auswahl)

  • Matthias Schümann: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24.06.2000. S. 58.

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