ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Bertolt Brecht

Die Dreigroschenoper


Vorlage: Die Dreigroschenoper (Theaterstück)

Bearbeitung (Wort): Wolf Dresp

Komposition: Kurt Weill


Regie: Ulrich Lauterbach

Im Jahre 1928 erlebte Brechts berühmte "soziale Moritat" ihre Uraufführung im Schiffbauerdammtheater in Berlin unter der Regie von Erich Engel. Grundlage ist die Bettler-Oper von Gay und Pepusch, 1728 als Satire auf Händels chorlose opera seria gedichtet und komponiert. Der weltweite Erfolg dieser Großstadtballade, deren Songs Brecht mit Anleihen bei Villon und Kipling bestritt, lebte in der Nachkriegszeit wieder auf und fand berühmte Interpreten. Bei ihrer ersten Aufführung galt die Dreigroschenoper als neuer Typus einer Operette. Theodor W.Adorno hat dieses Missverständnis als eines jeder neuen Kunst entlarvt: "Nur unter der Hülle des Bekannten und Geläufigen vermögen neue Ursprungsgehalte sich mitzuteilen und in Kontakt zu kommen mit denen, die sie vernehmen." Und er fährt fort: "Seit Bergs Wozzek scheint mir die Dreigroschenoper, nach einmaligem Hören, das wichtigste Ereignis des musikalischen Theaters: Tatsächlich beginnt so vielleicht die Restitution der Oper durch Wahrheit." In den Schriften zum Theater erläutert Brecht: "Die Dreigroschenoper, in England durch zwei Jahrhunderte unter dem Titel The Beggar's Opera in allen englischen Theatern gespielt, führt das Milieu von den Verbrecher-Vorstädten Londons, Soho und Whitechapel, die vor 200 Jahren so wie heute die Zufluchtsstätten der ärmsten und nicht immer durchsichtigsten Schichten der Londoner Bevölkerung waren. Herr Jonathan Peachum schlägt aus dem Elend auf seine originelle Weise Kapital, indenm er gesunde Menschen künstlich zu Krüppeln herausstaffiert und sie betteln schickt, um aus dem Mitleid der wohlhabenden Stände seinen Profit zu ziehen. Er hat in der Londoner Unterwelt nur einen ernsthaften Gegner, und das ist der junge, von den Dämchen vergötterte Gentleman Macheath."

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Horst TappertMackie Messer
Willi Trenk-TrebitschJonathan J.Peachum
Heidemarie HatheyerCelia Peachum
Steffy HolmarPolly Peachum
Franz KutscheraBrown
Ursula DirichsLucy
Gudrun ThielemannSpelunken-Jenny

Musikalische Leitung: Johannes Pütz


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk / Saarländischer Rundfunk / Südwestfunk / Westdeutscher Rundfunk 1968

Erstsendung: 10.02.1968 | 142'00


VERÖFFENTLICHUNGEN

  • CD-Edition: Der Audio Verlag 2006 (in der Sammlung "Bertolt Brecht - Dramen")

Darstellung: